14.11.2019 07:00 |

Profit bleibt aus

Kufsteiner Tüftler erfanden zur Matura Weltneuheit

Vom Maturaprojekt zur Weltneuheit: Drei Tiroler entwickelten eine Jalousie, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln kann. Die Idee kam ihnen auf Umwegen und bis heute konnten die drei jungen Männer noch keinen Profit daraus schlagen.

Zwei Jahre ist es her, dass im Veranstaltungsraum der HTL Kramsach das Stromkabel des Projektors gezogen wurde. Türen wurden verschlossen und anschließend musste jeder eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen. Grund für diese spektakulären Szenen waren die drei hellen Köpfe Patrick Zillner, Elias Hager und Maximilian Fill – heute alle 22 Jahre jung.

Weltweit einzigartige Erfindung
Eigentlich wollte das Kufsteiner Trio bloß seine Diplomarbeit präsentieren. Was sie damals aber noch nicht wussten: Ihre Erfindung war nicht nur innovativ, nachhaltig und wirtschaftlich, sondern weltweit einzigartig. Es handelt sich dabei um „E+ Glass“. Ein Modul für Fenster und Fassaden, welches Schatten spenden und zugleich Strom erzeugen kann. „Eigentlich entstand ‘E+ Glass’ über Umwege“, schmunzelt Zillner.

Rollo als Energieträger
Ursprünglich wollten die jungen Männer ein mobiles Studentenwohnheim entwerfen, um den teuren Wohnpreisen zu entkommen. „Beim Fensterentwurf stießen wir dann auf unsere Idee“, erzählt Hager. Ein Fenster mit Verschattungssystem und Solaranlage. Um den Raum verdunkeln und mit Strom versorgen zu können, befinden sich an den Lamellen der Jalousie Solarzellen, die das Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. „Eine Erfindung aus drei verschiedenen Gewerken, die sonst nicht zusammen arbeiten“, so Zillner. Für die Tüftler kein Problem, da einer Experte im Fensterbau ist, die anderen sind begabte Bau- und Elektrotechniker.

Kein Profit für Erfinder
„Für Bürokomplexe würden sich solche Fenster ideal eignen, denn ein Großteil der Leute hält sich tagsüber vor dem Computer auf“, führt Zillner weiter aus. Eine vielversprechende Idee mit nur einem Manko: zu teuer! Aufgrund der hohen Produktionskosten kam es für die jungen Studenten nicht in Frage, ein Unternehmen zu gründen. Auch auf der Suche nach potenziellen Partnern kam man auf keinen grünen Zweig.

Produkt für jeden zugänglich
Zum Glück gibt es aber das Patent, welches im Jahr 2017 angemeldet und auf Neuheit überprüft wurde. „Uns ist vor allem wichtig, dass die Idee nicht in der Schublade verstaubt“, betonten die Erfinder. Deshalb habe man sich dafür entschieden, das Produkt „E+ Glass“ für jeden frei zugänglich und umsetzbar zu machen. Ansprüche werden keine gestellt – also machen die drei keinen Profit. Die Idee soll von möglichst vielen Unternehmen genutzt werden. Im Moment studieren die Tiroler an unterschiedlichen Universitäten. Ihre technische und handwerkliche Neugier haben sie behalten. Vielleicht führt sie „E+ Glass“ ja eines Tages wieder zusammen.

Hannah Tilly, Kronen Zeitung

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