10.11.2019 21:00 |

LR Bernhard Tilg:

„Senioren sind für Gesellschaft unverzichtbar!“

Nachdem LR Patrizia Zoller-Frischauf im April zur Obfrau des Tiroler Seniorenbundes gekürt wurde, hat LR Bernhard Tilg die Seniorenagenden in der Regierung übernommen. Im „Krone“-Interview spricht er über deren gesellschaftlichen Stellenwert, gesundes Altern, Leistungsangebote, Digitalisierung und Pflege.

Herr Landesrat Tilg, Sie sind neben Gesundheit, Wissenschaft und Pflege nun auch für die Seniorenagenden innerhalb der Landesregierung verantwortlich. Wie nehmen Sie den Stellenwert der Tiroler Senioren in unserer Gesellschaft wahr?
Im Jahr 2030 werden doppelt so viele ältere als jüngere Menschen in Tirol leben. Schon in relativ kurzer Zeit ist ein Viertel der Bevölkerung über 60 Jahre alt. Es ist entscheidend, die Potenziale älterer Menschen zu aktivieren und zu nutzen, ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und entsprechende Unterstützung anzubieten. Die Leistungen der Generation „60plus“ in Tirol sind für unsere Gesellschaft unverzichtbar – nicht nur in den Familien, sondern auch im Ehrenamt.

Sport wichtig, um gesund zu bleiben

Welche Tipps haben Sie für unsere Senioren, um gesund zu altern?
Grundsätzlich ist Sport ein sehr guter Weg, um gesund zu bleiben und die Lebensqualität zu steigern. Es muss verdeutlicht werden, dass Bewegung und Sport nicht nur Spaß macht, sondern auch Krankheiten vorbeugt und den Alterungsprozess verlangsamt. Auch die körperliche Leistungsfähigkeit und geistige Fitness werden durch gezielte Bewegung gefördert. Darüber hinaus sind natürlich eine gesunde Ernährung, Naturverbundenheit, gesellschaftliche Teilhabe und eine Offenheit für das Neue zu empfehlen. Ich möchte mich bei den vielen Ehrenamtlichen bedanken, die bereits sehr viele Angebote in diesem Bereich für Senioren in den Gemeinden umgesetzt haben.

Technikaffiner, als manche glauben!

Ist die Generation „60plus“ eigentlich für Smartphone, Internet und Co. bereit?
Die Generation „60plus“ ist technikaffiner als manche glauben. Trotzdem ist es notwendig in Zeiten von Telebanking, dem Online buchen von Zugtickets und E-Government, die ältere Generation an die digitale Welt heranzuführen. Dafür wurden in Tirol bereits 48 „Computerias“ in allen Bezirken umgesetzt. Dieses Tiroler Erfolgsprojekt wurde zweimal ausgezeichnet. Das Smartphone und das Internet gehören zum täglichen Leben dazu und erleichtern natürlich auch den Alltag.

Welche Leistungen bietet das Land Tirol Senioren an?
Der „Fachbereich Senior-Innen“ der Abteilung Gesellschaft und Arbeit des Landes Tirol verfügt über eine eigene Förderschiene für „Seniorenprojekte“. Fördernehmer können Organisationen, Vereine, Projektträger, Initiativen, Gruppen oder Einzelpersonen sein, die einen Antrag stellen und die Fördervoraussetzungen erfüllen müssen. Gefördert werden Aktivitäten, Programme und Aktionen von und für Senioren, Bildungsmaßnahmen, Auf-, Aus- und Umbau von Räumlichkeiten in Seniorentreffs oder auch Projektkooperationen im Bereich der „Computerias“. Die Familien- und Senioreninfo Tirol am Bozner Platz 5 in Innsbruck informiert auch persönlich beziehungsweise stellt Informationsmaterial zur Verfügung. Das Land Tirol stellte 2019 im Budget 440.000 Euro für die Senioren-Förderung bereit.

Neue Konzepte für Senioren erforderlich

Ist das Land Tirol auf die Anforderungen der künftigen Seniorengenerationen im Bereich Hilfen und Unterstützung vorbereitet?
Es sind neue Konzepte und Planungen erforderlich, um gesellschaftliche Teilhabe bestmöglich zu fördern, aber auch um abgestufte Wohn-, Betreuungs- und Unterstützungsleistungen auch weiterhin dem Bedarf entsprechend anpassen zu können. Mit dem Strukturplan Pflege 2012-2022 verfügen wir bereits jetzt über ein flächendeckendes Planungsinstrument für die Versorgung pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen. Dabei werden Gesundheit und Pflege miteinander vernetzt. Durch Projekte des Gesundheitsfonds und des Landesinstituts für Integrierte Versorgung lassen sich neue Lösungen etwa mit der Telemedizin umsetzen. Auf diese Weise können wir immer mehr ältere Menschen optimal versorgen und eine selbstbestimmte Lebensführung so lange als möglich gewährleisten.

Markus Gassler
Markus Gassler
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