03.11.2019 18:47 |

Kommentar

Landespolitik in der Stromfalle: „Die Maske fällt“

Wilfried Haslauer zählt zu der eher seltenen Gattung von Landeshauptleuten, die sich öffentlich rarmachen - rar bis zur Unkenntlichkeit. Spontane Entscheidungen sind von ihm bislang nicht überliefert. Politische Herzensanliegen, allzu viele sind es nicht, werden mit dem diskreten Charme der besseren städtischen Gesellschaft erledigt.

Als gewiefter Jurist betritt Haslauer unsicheres Terrain nur gelegentlich und zögerlich. So etwas wie echte Leidenschaft lässt Haslauer bloßmit seinen eleganten Stilübungen zur Philosophie und Mythologie bei der Eröffnung der Festspiele durchblitzen. Sonst wirkt der Schöngeist vorzugsweise im Stillen.

Diese Methodik brachte ihn an die Macht und hält ihn an der Macht. Da muss schon sehr genau hingesehen werden, um zu entschlüsseln, wie das im Chiemseehof dezent zur Perfektion entwickelte System Haslauer funktioniert.

Mehr spür- als sichtbar wird dieseuralte politische Praxisbei dem unglücklich verlaufenen 380-kV-Projekt. Die Manager des Energiekonzerns machen nur ihren Job. Was aber trieb und treibt in der Causa die Regierung mit dem Landeshauptmann eigentlich hinter der Frontlinie?

Wilfried Haslauer, der verblüffend flott die Umgebungsfarbe annehmen und in ihr nahezu unsichtbar werden kann, hat sich in dieser Causaheftiger Kritik stets entziehen können. Mit einer subtilen Politik der scheinbaren Nicht-Einmischung ist der Landeshauptmannlange durchgekommen. Nun aber, im letzten Akt, fällt die Maske.

Claus Pandi
Claus Pandi
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