Lückenschluss-Feier

Letzter Abschnitt der S35 fertig – Pendler atmen auf

Steiermark
29.05.2010 11:28
Jahrzehntelang haben viele Pendler darauf gewartet, am Samstag ist es endlich soweit gewesen: Die neue S35 zwischen Bruck und Peggau wurde freigegeben, nachdem am Freitag der Lückenschluss gefeiert wurde. "Ein Jahrhundertereignis für die Region!", jubelt auch Verkehrslanderätin Kristina Edlinger-Ploder (im Bild mit LH Voves).

Volksfeststimmung am Freitag auf der Schnellstraße: Blasmusik, Bierbänke, strahlende Politikprominenz. Alle wollten dabei sein, als der knapp sieben Kilometer lange Abschnitt zwischen dem Stausee Zlatten und Mautstatt - mit den beiden zweiröhrigen Tunnels Kirchdorf und Kaltenbach - eröffnet wurde.

"Lebensqualität steigt gewaltig"
Was es zu feiern gab, erklärte Alois Schedl, Vorstandsdirektor der Asfinag: "Erstmals gibt es eine leistungsfähige und sichere Verbindung zwischen den Zentralräumen Bruck und Graz. Wir haben auch eine neue Ausweichroute, falls der Gleinalm-Tunnel einmal gesperrt sein sollte. Und die Lebensqualität der Einwohner von Pernegg und Kirchdorf steigt gewaltig: Es wird herrlich ruhig hier."

Der Weg bis zum Lückenschluss war lang und zäh: Es gab Straßenblockaden, Probleme mit der Finanzierung, schwierige geologische Verhältnisse, etwa asbesthaltiges Serpetinitgestein. Siegfried Schrittwieser, SPÖ-Urgestein aus der Region, erinnert sich: "Ich bin seit 1987 im Landtag, damals wurde bereits über eine neue Trasse diskutiert. Die S35 beweist: Man darf nie aufgeben." Koralm- und Semmeringtunnel lassen herzlich grüßen…

Daten und Fakten

  • Alleine die fünfjährige Bauzeit auf dem jetzt fertig gestellten 6,8 Kilometer lange Abschnitt zwischen Zlatten und Mautstatt kostete 203 Millionen Euro. 
  • Im Kirchdorftunnel testet die Asfinag eine Weltneuheit: Das Akustik-System AKUT wurde zusammen mit Joanneum Research entwickelt und soll die Sicherheit entscheidend heben. 
  • So funktioniert's: Im Abstand von 125 Metern wurden hoch empfindliche Mikrofone angebracht. Alle Geräusche werden aufgezeichnet und von einem Computer in Sekundenbruchteilen analysiert. Wird ein atypisches Geräusch registriert (z. B. starkes Bremsen), schlägt es bei den Tunnelwarten Alarm.

von Jakob Traby, "Steirerkrone"

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