26.09.2019 15:05 |

Auch in Saalbach

Thomas Cook-Pleite: Gäste zahlen doppelt drauf

Nicht nur die Saalbacher Hoteliers trifft die Insolvenz des britischen Reiseriesen Thomas Cook hart: Die Urlauber werden von den Hotelbetreibern vor Ort zur Kasse gebeten - obwohl sie die Reise vorab schon bezahlt haben! „Viele Gäste verstehen das“, sagt Yvonne Kloimstein vom Hotel Gollinger Hof der „Krone“.

„Was soll es, auch so etwas gibt’s im Leben“, sagt Jürgen Berg. Der Deutsche, der aus der Nähe von Stuttgart stammt, nimmt es gelassen: Er und seine Frau Sabine mussten noch einmal 650 Euro für ihren sechstägigen Aufenthalt im Gollinger Hof blechen – obwohl sie nichts falsch gemacht haben.

Gut für die beiden: Sie glauben in die Regelung für Pauschalreisende zu fallen. Dann würden sie voraussichtlich ihr Geld zurück bekommen.

Sind alle geprellten Kunden so verständnisvoll? „Wir erklären den Gästen, dass wir komplett in der Luft hängen. Viele verstehen es und zahlen noch einmal denselben Preis wie im Reisebüro. Wir müssen schauen, dass wir über die Runden kommen. Die Beträge sind nur Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Yvonne Kloimstein. Wie die „Krone“ berichtete wartet die Chefin des Gollinger Hofes immer noch auf einen hohen fünfstelligen Euro-Betrag aus dem Vertrag mit Thomas Cook. „Bei Urlaubsgästen, die schon da sind, kann man nichts machen. Da müssen wir abwarten und schauen, ob man noch irgendetwas von dem Geld bekommt“, so Kloimstein.

Ähnlich ist die Lage im Saalbacher Hof von Isabella Dschulnigg-Geissler: „Wir haben zwei Zimmer schon direkt abcashen müssen. Unsere Gäste haben aber großes Verständnis dafür gezeigt“, so die Chefin des Vier-Sternhauses. Der Reisekonzern schuldet ihr einen fünfstelligen Betrag. Walter Veit von der Hoteliervereinigung rät den Urlaubern, die anreisen wollen: „Liebe Gäste, bucht direkt bei den Hoteliers – wir haben eine Top-Hotellerie und können die Aufenthalte selbst sehr gut abwickeln.“

Wie berichtet, haben viele Hotelbetreiber in Salzburg Verträge mit Thomas Cook und Tochterfirmen: Alleine in Saalbach-Hinterglemm entfallen von den 730.000 Sommernächtigungen rund 100.000 auf den Konzern – viele Rechnungen sind noch unbezahlt.

Christoph Laible
Christoph Laible
Verena Seebacher
Verena Seebacher
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