21.09.2019 14:00 |

20.000. Tanker

Transalpine Ölleitung: Lebensader aus dem Süden

40.000 Rohre in die Erde zu verlegen war 1967 eine Mammutaufgabe. Die Transalpine Ölleitung (TAL) unterquert auch Tirol. Nun legte der 20.000. Tanker im Hafen in Triest an.

Energiewende hin oder her – Öl bleibt vorerst das Lebenselixier der modernen Gesellschaft. Das ahnte man offenbar schon in den 1960er-Jahren, als 8000 Beschäftigte (vom Ingenieur bis zum Schweißer) das Projekt einer Pipeline über die Alpen in Angriff nahmen. In 1000 Tagen, also rund drei Jahren, wurden zwischen der Bucht von Muggia bei Triest 753 Kilometer Pipeline bis Ingolstadt und weiter nach Karlsruhe verlegt.

1,5 Milliarden Tonnen Rohöl in 52 Jahren
Nun gab es einen Meilenstein zu feiern: Der Tanker Rava mit 80.000 Tonnen Rohöl aus Libyen war der 20.000. in der TAL-Geschichte. „Wir haben in 52 Jahren nun rund 1,5 Milliarden Tonnen Rohöl transportiert – und zwar absolut sicher und vollkommen unsichtbar“, bilanziert Alessio Lilli, General Manager der TAL-Gruppe, mit Stolz.

Was hat das Ganze mit Tirol zu tun und warum waren die Bürgermeister Andreas Köll (Matrei in Osttirol) und Günter Resch (Jochberg) bei der Jubiläumsfeier? Die TAL durchquert unser Land über die Felbertauernroute bis Jochberg, danach kilometerweit durch den Hahnenkamm, weiter über den Eiberg und beim Hechtsee über die Staatsgrenze. Köll darf sich über 25 Jobs freuen, den der österreichische TAL-Hauptsitz bietet.

In den Matreier Ortsteilen Kienburg und Gruben stehen Pumpstationen, damit das Rohöl den Felbertauern überwindet. Der kurze oberirdische Bereich wurde zuletzt nochmals speziell ummantelt – „damit kann auch kein verirrter Schuss eines Jägers etwas anrichten“, schmunzelt der Dorfchef.

3000 bis 4000 Euro für die Gemeinde Matrei
LH Eduard Wallnöfer handelte einst aus, dass die Tiroler TAL-Anrainerorte die Zinsen einer 30-Millionen-Schilling-Einlage als Entschädigung erhalten. „Das Zinsniveau ist leider am Boden, aber pro Jahr sind es 3000 bis 4000 Euro“, so Köll. Sein Jochberger Amtskollege beheimatet eine TAL-Station mit vier Jobs. Insgesamt sorgen sieben Pumpstationen dafür, dass das Öl in zweieinhalb Tagen von Triest bis Ingolstadt fließt. Im Adriahafen, der dieser Tage ebenfalls feierte (300-Jahr-Jubiläum), können vier Tanker gleichzeitig ihre Ladung in die gigantische „Tankfarm“ pumpen. 32 runde Lagerbehälter bunkern bis zu 2 Millionen Kubikmeter Rohöl, bevor es im TAL-Rohr in den Bergen nördlich von Triest verschwindet.

Andreas Moser
Andreas Moser
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