19.09.2019 07:00 |

Dissertation

Studentin ist Lungauer Ortsnamen auf der Spur

Nomen est Omen! Bei den Lungauer Ortschaften ist der Name Programm. Hinter Bezeichnungen wie Mariapfarr, Burgstall und Fell verbergen sich namensgebende Geschichten, die zum Teil tief in die Vergangenheit zurückreichen. Wie die Bewohner ihre Heimat benannten, erforscht Magdalena Schwarz in ihrer Dissertation.

Die Herkunft und Geschichte von Ortsnamen hat die Doktorandin Magdalena Schwarz schon immer interessiert. Für ihre Abschlussarbeit hat sich die Linguistikstudentin den Lungau ausgesucht. Sie beschäftigt sich mit den Ortschaften, ihren Bergen, Bächen, Seen und Burgen – und insbesondere mit deren Namen. „Ich finde es wichtig, genau zu wissen, wo man herkommt. Was die eigenen Wurzeln sind“, sagt die Pongauerin, die der Lungau wegen seines slawischen Einflusses aber besonders interessiert.

Slawischer Einfluss prägte Namensgebung

„Vor allem Naturphänomene und Landschaftsbilder prägen die Ortsnamen im Bezirk“, hat Schwarz herausgefunden. So hat der Ortsteil Fell seinen Namen nicht etwa vom flauschigen Pelz, wie man zuerst vermuten mag. Das Wort stammt aus dem Slawischen und bedeutet „weiß“ – passend zu dem Kalk, der in den umliegenden Bergen vorkommt. Der Thomataler Ortsteil Burgstall wurde nach der gleichnamigen Burg benannt. Auch die Verbindung zur Kirche hinterließ ihre Spuren bei den Ortschaften Mariapfarr – die früher nur Pfarr hieß – und St. Michael, deren Namensgeber der Heilige Michael war.

Für ihre Recherche muss die Forscherin auch tief in der Vergangenheit wühlen. Sie durchforstet Landes-, Pfarr- und Gemeindearchive nach Belegen und interpretiert die historische Entwicklung. Für ihre Dissertation hat Schwarz ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zuerkannt bekommen.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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