18.09.2019 08:00 |

Trofaiach kämpft

„Kümmerer“ haucht Stadtzentrum neues Leben ein

Im Stadtkern nichts Neues: Mit diesem Problem sind viele Kommunen konfrontiert. Straßen und Gebäude im Zentrum veröden, während an der Peripherie munter gebaut wird. In Trofaiach wird seit vier Jahren versucht, der Innenstadt neues Leben einzuhauchen - es gelingt! Doch der Weg ist noch lange nicht zu Ende.

„Wir hatten sehr viele Leerstände. Es war ein Bild der Tristesse“, sagt Bürgermeister Mario Abl, wenn er auf die Zeit vor 2015 zurückblickt. Damals begann die enge Zusammenarbeit der obersteirischen Stadt mit dem Wiener Architekturbüro Nonconform.

„Wir sind angestanden“
Es war nicht der erste Anlauf, um das Zentrum neu zu beleben. „Es wurde schon viel probiert, wir sind aber angestanden“, gibt Abl zu. Der vor vier Jahren eingeschlagene Weg ist aber erfolgreich. Mehr als die Hälfte der einst 35 leer stehenden Objekte sind wieder besiedelt, es gibt unter anderem einen Bauernladen und einen „Tandler“, bei dem alte Gegenstände frischen Glanz bekommen. Ein wiedereröffnetes Wirtshaus muss nun allerdings wieder schließen. Neu sind auch eine verkehrsberuhigte Begegnungszone und Möbel im öffentlichen Raum.

Musikschule besonders erfolgreich
Als wichtiges Puzzlestein erwies sich ein Busterminal im Zentrum, von dort fährt alle 15 Minuten ein Bus in die Bezirkshauptstadt Leoben. „Das ist urban“, ist Abl stolz auf den Takt. Eine besondere Erfolgsgeschichte schreibt die Musikschule, die von der Peripherie in die Innenstadt zog. Hatte sie davor etwa 350 Schüler, sind es nun mehr als 400! 

800 Ideen aus der Bevölkerung
Was ist das Geheimnis? Die Bürger wurden intensiv eingebunden, 800 Ideen kamen aus der Bevölkerung. Die Stadtpolitik steht mit Rückgrat hinter der Entwicklung. Und eine „Kümmerperson“ fungiert als Ansprechperson und Motor für Veränderungen: Der ehemalige Amtsleiter Erich Biberich übernahm die Funktion - und wird sie noch „viele Jahre innehaben“, sagt Abl. 

Bahntrasse als nächster Schritt
Denn der Trofaiacher Weg ist auf zehn Jahre angelegt, die nächsten großen Pläne werden bald umgesetzt. „Mit Architektur-Studenten der TU Graz wurde ein Masterplan für ehemalige Handelsimmobilien in der Innenstadt entwickelt, bei drei Projekten wollen wir jetzt konkret ins Handeln kommen. Und für die ehemalige Bahntrasse ist eine multifunktionale Nutzung geplant: Es soll einen Radweg, aber auch weiterhin Schienen für die touristische Erzbergbahn geben. Technisch ist das möglich“, so Abl.

Jakob Traby
Jakob Traby
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