13.09.2019 08:50 |

Magistrat Salzburg

Aus für das Binnen-I schlägt hohe Wellen

„Der Stern grenzt noch mehr aus“, setzt Magistratsdirektor Martin Floss deshalb in internen Dienstanordnungen, wie berichtet, fortan nur auf die männliche Form. Das „*innen“ ist zur leichteren Lesbarkeit also vorerst Geschichte. Auch das Land ist nicht der größte Fan des Binnen-I, verbietet es aber auch nicht.

Zwei externe Experten einer Agentur wurden vom Magistrat beauftragt, alle Dienstanordnungen auf den neusten Stand des Gesetzes zu bringen und gleichzeitig in eine einfache Sprache zu „übersetzen“. „Aus Sicht der klaren Worte entstand der Vorschlag, die männliche Form auf alle Geschlechter anzuwenden“, erklärt Floss. Er habe jenen Weg gewählt, den viele – Ministerien, der Bund und Teile des Landes – auch wählen. Und hat dabei in Kauf genommen, dass er damit auch anecken wird. „Oberstes Ziel ist eine verständliche Sprache.“

Binnen-I soll auch im Land vermieden werden

Das Land Salzburg hat einen eigenen Leitfaden mit Tipps zum verständlichen und geschlechtergerechten Schreiben. „Und an das halten wir uns auch“, betont Frauenlandesrätin Andrea Klambauer (Neos).

Aus den Richtlinien geht hervor, dass das Land das Gendern zwar nicht unbedingt befürwortet, aber auch nicht verbietet: „Das Binnen-I und Schrägstriche sind nach Möglichkeit zu vermeiden, um die technische Barrierefreiheit sicherzustellen.“ Stattdessen sollten geschlechtsneutrale Begriffe verwendet werden, wie „Leitende“ statt „LeiterInnen“.

Presseaussendungen der Stadt werden weiterhin geschlechtsneutral verfasst. Das betrifft auch Abkürzungen wie „StR*in“ für „Stadträtin“. Gegendert wird in der Kommunktion nach außen bis zum Exzess. In einer Meldung zum Thema Pflege scheint der Stern gleich zehnmal auf: „Träger*innen“, „Mitarbeiter*innen“, „Pfleger*innen“...

„Mir wäre die Schreibweise Schülerinnen und Schüler am liebsten“, so Kontrollamtsdirektor Maximilian Tischler, dessen Berichte immer zu öffentlichen Diskussionen führen.

Gleichwertige Bezahlung statt Gleichschreibe

„Man kann es mit der Gleichstellung auch übertreiben“, bevorzugt Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) eine einfache Sprache. Und auch Neos-Gemeinderätin Nevin Öztürk hält nur wenig von der Debatte: „Wirklich wichtig ist die gleichwertige Bezahlung.“

Sandra Aigner
Sandra Aigner
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