Bäume als Patienten

Rekordeinsatz der Chemiekeule auf Apfelplantagen

Steiermark
10.05.2010 15:25
Der bislang größte Streptomycin-Einsatz Österreichs ist in der Vorwoche in der Steiermark über die Bühne gegangen. Die Chemie soll die Obstplantagen vor dem Feuerbranderreger schützen. Kritische Stimmen werden wieder laut.

Das Pokerspiel mit dem Wetter haben steirische Obstbauern heuer bislang leider verloren: Wegen der anhaltend hohen Temperaturen im April, gepaart mit relativ viel Feuchtigkeit, war das Feuerbrand-Infektionsrisiko in den vergangenen beiden Wochen hoch. Die Konsequenz: Die Behandlung mit dem Antibiotikum Streptomycin der in der Blüte stehenden Obstbäume wurde per 30. April von "ganz oben" freigegeben.

"Unvorhersehbare Folgen für Ruf der Landwirschaft"
Dass nun aber gleich so viele Flächen wie bundesweit noch nie – gesamt 300 Hektar – ausgerechnet im Apfelland Steiermark mit der Chemie vernebelt wurden, sorgt für Aufregung. Allen voran die Grünen sind sauer: "Durch den massiven Einsatz des Gifts drohen unabsehbare Folgen für den Ruf der heimischen Landwirtschaft, den Tourismus und die Gesundheit der Menschen!", ätzt Abgeordneter Lambert Schönleitner.

Hofrat Josef Pusterhofer, Leiter des Pflanzenschutzdienstes Steiermark, verteidigt die Maßnahme: "Zum einen werden Ausgabe und Einsatz strengstens kontrolliert, zum anderen gibt es für die Landwirte einfach keine andere Möglichkeit. Alternative Mittel haben nicht die gleiche gesicherte Wirkung, das ist nun leider einmal so." Was mit dem behandelten Obst passiert? Zumindest AMA-Gütesiegel gibt es dafür seit 2009 keines mehr...

von Barbara Winkler, "Steirerkrone"

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