13.08.2019 15:40 |

LKH Graz:

Neue Behandlung trickst das Gehirn aus

Bluthochdruck ist tückisch: Man spürt ihn lange nicht und bemerkt ihn oft erst, wenn man bereits an einer lebensbedrohlichen Folgeerkrankung leidet. Die klassischen Behandlungsmethoden führen nicht bei allen Patienten zum Erfolg – für diese gibt es jetzt Hoffnung. Im LKH Graz wurde zum ersten Mal steiermarkweit ein sogenannter Baro-Stimulator zur Senkung des Blutdrucks implantiert.

Emanuel Schigan ließ sich im Oktober 2018 untersuchen, weil seine Füße stark angeschwollen waren. In den Folgemonaten kämpfte er gegen Nierenversagen und mehrere Schlaganfälle, die ihn in den Rollstuhl brachten. Der Grund: Bluthochdruck, der selbst mit einer sechsfachen Medikamentenkombination nicht gesenkt werden konnte.

Langer Leidensweg, nun endlich erste Erfolge

Die Ärzte empfahlen dem Patienten die Implantation eines Baro-Stimulators – die erste steiermarkweit. „Ich habe mich sofort für die Operation entschieden. Andernfalls hätten wir meinen Blutdruck nicht mehr in den Griff bekommen“, erzählt Schigan. Mittlerweile hat sich sein Blutdruck normalisiert, die Nieren erholen sich allmählich, und er kann endlich wieder auf eigenen Beinen stehen. „Zum Glück ist der Blutdruck gesunken“, freut sich der Patient.

„Lassen Sie Ihren Blutdruck messen“

Der Baro-Stimulator erzeugt elektrische Impulse, die die Rezeptoren an der Halsschlagader aktivieren und täuscht dadurch dem Gehirn steigenden Blutdruck vor. „Als Reaktion darauf werden körpereigene Mechanismen ausgelöst, die den Blutdruck wieder senken“, erklärt Michael Sereinigg, von der Transplantationschirurgie im Universitätsklinikum Graz.

Ein vier Zentimeter kurzer Schnitt reicht aus, um die Stimulationselektrode an der Halsschlagader zu fixieren und das Gerät unterhalb des Schlüsselbeins einzusetzen. Die Implantation dauert eine Stunde und erfordert die Zusammenarbeit mehrerer Transplantationschirurgen, Kardiologen und Anästhesisten. Allein das Gerät kostet mehr als 20.000 Euro, die vom LKH übernommen wurden.

„Die Behandlung ist nicht für jeden geeignet und wird erst dann eingesetzt, wenn die klassischen Methoden nicht wirken“, sagt Andreas Zirlik, Leiter der Kardiologie im LKH Graz. Er zeigt sich stolz: „Wir haben eine Möglichkeit, Patienten zu behandeln, die wir vorher nicht behandeln konnten.“ Außerdem hat das Team eine wichtige Botschaft: „Lassen Sie Ihren Blutdruck untersuchen! Man übersieht das so leicht.“

Melanie Tengg

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