Kranker Lenker

„Rollende Bombe“ auf der A21

Es ist nicht auszudenken, was hätte passieren können, wäre dieser Schrott-Lkw nicht von Polizisten in Alland, Bezirk Baden, entdeckt worden. Ein gesundheitlich schwer angeschlagener Ungar fuhr teils mehr als 15 Stunden in dem vom Rost zerfressenen ungesicherten Sattelschlepper. Es hagelte gleich 58 (!) Anzeigen.

Mittwoch gegen 16 Uhr zogen Autobahnpolizisten das Gefährt auf dem Rastplatz Weissenweg an der A 21 bei Alland aus dem Verkehr. Und trauten ihren Augen nicht: Die Reifen des Sattelzuges waren regelrecht zerfetzt, das Gewebe trat bereits durch. Der Aufbau war völlig durchgerostet und brüchig, Öl lief auf den Parkplatz aus. Weiters waren die 24 Tonnen Ladung mangelhaft oder gleich überhaupt nicht gesichert. Bei einer näheren Kontrolle des Lenkers, einem 63-jährigen Ungarn, stockte den Beamten der Atem. Nur mit Mühe konnte der Mann seinen Arm bewegen, vor dem Fahrtantritt musste er gar seine linke Hand mit der rechten aufs Lenkrad heben. Schwer übermüdet wurde er einem Amtsarzt vorgeführt. Auf seiner Fahrt war er einmal sogar 15 Stunden und 31 Minuten am Stück unterwegs, erlaubt wären eigentlich maximal neun Stunden. Ihm wurde daher sofort der Führerschein abgenommen, auch die Kennzeichen und der Zulassungsschein des Fahrzeuges mussten eingezogen werden.

Insgesamt stellten die Autobahnpolizisten 58 Anzeigen aus - alleine 16 davon wegen der eklatanten technischen Mängel. Zusätzlich musste der Ungar vor Ort 5310 Euro Strafe berappen.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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