26.07.2019 12:00 |

Saftige Strafen drohen

Vandalen: Jahr für Jahr Tausende Anzeigen in Tirol

Von der Gondel bis zum Streifenwagen – ja nicht einmal Kirchen oder Kreuzwege bleiben verschont: Die Zerstörungswut kennt in Tirol keine Grenzen! Jedes Jahr verzeichnet die Polizei Tausende Vandalismus-Anzeigen. Die Ausforschung der Übeltäter ist oft schwierig – wird doch einer entlarvt, droht eine saftige Strafe!

Auch wenn man sich noch so anstrengt – mit Hausverstand lässt es sich nicht erklären, was einen Menschen dazu bewegt, fremdes Eigentum sinnlos zu zerstören. Oft wissen es wohl nicht einmal die Vandalen selbst...

Nur einige Beispiele
Kaum eine Hausmauer in der Innsbrucker Innenstadt, die nicht mit einem Graffiti verunstaltet ist, ja sogar Wegschilder auf den entlegensten Wanderwegen sind teils mit Farbe besprüht. Ende Juni tobten sich Schmierfinken bei einer Gondel der Nordkettenbahn aus. Vor einem Monat setzen unbekannte Täter in einer Kirche in Schönwies den Tisch samt Tischdecke und Kunstblumen sowie einen Wandteppich am Seitenaltar mit Opferstockkerzen in Brand und löschten das Feuer anschließend mit Weihwasser. Ende Mai demolierten Vandalen in Weißenbach Betonkreuze bei einem Kreuzweg. Und in Imst rissen Chaoten kürzlich bei einem Streifenwagen den Seitenspiegel ab.

Jährliche Anzeigen-Flut
Das sind freilich nur ein paar wenige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. In Tirol gehört Vandalismus leider zum Alltag, wie ein Blick auf die Kriminalstatistik zeigt. Allein im Vorjahr wurden hierzulande 4073 Vandalenakte angezeigt – im Schnitt elf pro Tag! 141 davon entfielen in die Rubrik „schwere Sachbeschädigungen“. Positiv ist zumindest, dass im Vergleich zu 2017 die Zahl der Anzeigen um 8,4 Prozent zurückging. Besonders oft im Visier von Zerstörern waren übrigens Kraftfahrzeuge (1665 Anzeigen). Auch die Zahlen von Vandalenakten an Gebäuden (536), durch Graffitis (307) oder an öffentlichem Gut (112) sind beträchtlich (siehe Grafik).

Gefängnisstrafe droht
Vandalen auszuforschen, ist laut Polizei in der Regel recht schwierig – heißt, dass viele Übeltäter oft ungeschoren davon kommen. Wird doch einer erwischt, muss dieser mit einer saftigen Strafe rechnen. Das Gesetz sieht hier eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen vor. Bei schweren Sachbeschädigungen – dazu zählen etwa Vandalenakte bei Grabstätten oder Denkmälern – drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis. Übersteigt der angerichtete Schaden 300.000 Euro, können dem Verursacher sogar bis zu fünf Jahre hinter „schwedischen Gardinen“ blühen

Hubert Rauth
Hubert Rauth
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