20.07.2019 09:00 |

Wider schlechtem Ruf

Grazer Star-Koch: „So toll ist ein Gastro-Job!“

Gasthaussterben, Mitarbeitermangel, verzweifelte Wirte - „ich kann das schon nicht mehr hören“, sagt der Grazer Superkoch Christof Widakovich. „Stattdessen sollte man lieber mal betonen, dass Koch und Kellner Super-Berufe und wie wertvoll sie für die steirische Mentalität sind!“ Dann schießen Sie doch mal los...

„Krone“: Die Berufsbilder Koch und Kellner haben einfach nicht das beste Image
Christof Widakovich: Das basiert auf Geschichten aus der Vergangenheit. Ich hab’ selbst vor 25 Jahren Koch gelernt, was sich seither verändert hat, ist enorm. 14 Stunden Arbeitszeiten, keine Pausen, Ausnutzung von Lehrlingen - sowas ginge in der heutigen Zeit mit den vielen Vorgaben für die Arbeitgeber gar nicht mehr. Heute ist das ein Job mit Star-Potenzial.

Wie meinen Sie dass?
So wörtlich wie ich das sage. Ich selbst habe schon für Arnold Schwarzenegger gekocht, für Pamela Anderson, Bill Clinton, oft genug auch an der Seite von Koch-Superstar Johann Lafer.

Da sind Sie aber wohl eher eine extreme Ausnahme.
Naja warum? Ich hab’ ja auch als ganz normaler Lehrling angefangen! Ich will damit sagen, dass einem, mit guter, fundierter Ausbildung, die Welt offen steht. Man kann auf ein Schiff gehen, die Welt erkunden, in In- und Ausland Karriere machen. Es gibt Beispiele, wo man von gut betuchten Privathaushalten als Koch mit allen Privilegien abgeworben wird.

Was spricht sonst noch für die Profession?
Viel. Es ist doch toll, wenn man über regionale, nachhaltige Lebensmittel Bescheid weiß. Wenn man sich bei Weinen auskennt. Bei großartigen Events mitwirken kann. Wir zum Beispiel lassen die Mitarbeiter an allem teilhaben. An Champagnerverkostungen, an Steaktests. Unsere Leute sollen ja wissen, was sie verkaufen.

Champagnerverkostungen - auch das ist ja wohl eher die große Ausnahme.
Vielleicht. Aber Verköstigung gibt es überall. Allein das ist ein großer Vorteil.

Sie schildern die Vorteile ja glühend, lassen Sie uns aber die Nachteile beleuchten. Was ist mit der berühmte Work-Life-Balance, mit Arbeiten am Wochenende?
Damit haben ja viele Branchen zu tun. Sie selbst bei der ,Krone‘, Ärzte, Taxifahrer, Polizisten, Pflegekräfte, die Liste ist lang. Aber worin sollte da der Nachteil sein? Unter der Woche dafür frei zu haben, ins Freibad gehen zu können, wenn weniger los ist, ist ja auch nicht schlecht. Außerdem kann man oft genug Freizeittage staffeln. Heutzutage, wo sich die Chefs gerade um die Mitarbeiter sehr bemühen, lässt sich über vieles reden.

Bezahlung?
Gastronomie-Mitarbeiter, die qualifiziert sind, zählen in Österreich sogar zu den Spitzenverdienern. Auch können sich gute Leute durch Trinkgeld ihr Gehalt erheblich erhöhen. Und: Gut ausgebildete Köche und Kellner werden, so wie gute Handwerker, künftig so gefragt werden, dass sich das Gehaltsprofil weiter nach oben schraubt.

Wenn uns die Köche und Kellner ausgehen, dann. . ?
Wird sich die Steiermark und ihre berühmte Gastfreundlichkeit massiv verändern. Schon heute sperren viele Wirte am Sonntag zu, weil sie schlicht das Personal nicht mehr kriegen.

Christa Bluemel
Christa Bluemel

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