16.07.2019 05:51 |

Der Wolf geht um

„Es geht schlimmer zu als auf dem Schlachthof“

Silvester Gfrerer von der Agrargemeinschaft Großarl-Tofernalm hat den Antrag zur Freigabe des Abschusses des Wolfes an die Bezirkshauptmannschaft eingereicht. Sehr zur Freude von Rupert Prommegger, einem der vier betroffenen Almbauern.

600 Hektar unwegsames Berggelände rund um die Tofernalm. Nur ein einziger Wanderweg führt durch das touristische „Niemandsland“ auf den Gamskarkogel. Nur einer stört die Idylle: der Wolf. Gesichtet hat ihn noch kein Mensch. Sehrwohl aber die seither verstörten Schafe und Lämmer, die sich nun zwangsweise im Tal in Sicherheit wiegen. Denn 45 Tiere hat Isegrim in den vergangenen drei Wochen schon auf dem Gewissen, teils verschwunden und nie wieder aufgetaucht, teils grausam leidend verendet.

Geht der Wolf jetzt auf die Rinder vor Ort los?

Täglich stößt Rupert Prommegger, der auf 1200 Metern einen Bergbauernhof betreibt und sein Vieh auf die Alm treibt, auf das brutale Bild der gerissenen Schafe, drei davon waren seine. „Ich fühle mich bescheiden, wenn ich die halb toten Tiere sehe, die notgeschlachtet werden müssen.“

25 Schafe wurden bisher definitiv vom Wolf gerissen, 20 sind noch abgängig. Die Chance, sie zu finden, schwindet mit jedem Tag.

Warum das Großarltal mit seinen 14 kleinen Seitentälern für den Wolf so beliebt ist? „Hier hat er viel Rückzugsgebiet und Nahrung ohne Ende. Noch sind Rinder vor Ort. Mal sehen, ob er auch auf sie losgeht oder weiterzieht.“

Bis dato ist zwar kein weiterer Fall eines Risses bekannt. Jedoch: „Wild, das nicht gejagt wird, hat normalerweise keine Scheu“, warnt Salzburgs Wolfsbeauftrager Hubert Stock.

Und Silvester Gfrerer, Obmann des Alm- und Bergbauernvereins, musste Montagnachmittag noch zu einem Notfall zur Nachbaralm – der Zaun war gebrochen und die Tiere ausgerissen – bevor es eiligen Schrittes ins Tal ging, um rechtzeitig den Abschuss-Antrag, den die Naturschützer des WWF heftig kritisieren, abzugeben.

Sandra Aigner
Sandra Aigner
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