05.07.2019 14:00 |

Medizin-Uni-Graz:

2372 bei Aufnahmetest für angehende Ärzte

Österreichweit stellten sich knapp 13.000 Teilnehmer am Freitag dem 9-stündigen Aufnahmetest für ein Medizinstudium. Insgesamt stehen 1680 Plätze zur Verfügung. Allein in der Grazer Stadthalle gingen 2372 Kandidaten für 360 Studienplätze an den Start. Die Ergebnisse werden allerdings erst im August vorliegen.  

Etwas mehr Studienwerber als im Vorjahr nahmen  am bereits zum 13. Mal stattfindenden Aufnahmetest für das Medizinstudium teil. 12.845 Teilnehmer - das sind rund 300 mehr als 2018 - stellten sich dem neunstündigen Verfahren an den Medizin-Unis Wien, Graz, Innsbruck und der Universität Linz.

In Wien nahmen 6490 Personen am Test teil, in Innsbruck 2927, in Graz 2372 und in Linz 1056. Das sind insgesamt rund 78 Prozent der Angemeldeten, wobei es kaum Schwankungen zwischen den Unis gab. An der Medizin-Uni Wien stehen 740 Plätze zur Verfügung, an der Medizin-Uni Innsbruck 400, an der Medizin-Uni Graz 360 und in Linz 180. Damit kommen in Wien neun Testteilnehmer auf einen Studienplatz, in Graz und Innsbruck rund sieben und in Linz sechs.

75 Prozent der Plätze gehen an Inländer
In der Humanmedizin gehen 75 Prozent der Studienplätze an allen Unis an Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Bewerber aus der EU und fünf Prozent sind für Studienwerber aus Drittstaaten vorgesehen. In der Zahnmedizin ist diese Quotenregelung dagegen heuer gefallen: Die Plätze werden unabhängig von der Nationalität an die Bewerber mit dem besten Testergebnis vergeben.

Beim insgesamt neunstündigen schriftlichen Aufnahmetest für Humanmedizin wurden das schulische Vorwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, Lesekompetenz und Textverständnis sowie kognitive Fertigkeiten (Zahlenfolge, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Figuren zusammensetzen, Wortflüssigkeit, Implikationen erkennen) überprüft. Im Testteil „Sozial-emotionale Kompetenzen“ gibt es außerdem den Bereich „Emotionen Erkennen“: Dabei müssen die Bewerber anhand der Beschreibung einer Situation feststellen, wie sich ihr Gegenüber fühlt. Angehende Zahnmediziner mussten auch manuelle Fertigkeiten nachweisen.

ÖH gegen Aufnahmetests
Kritik am Aufnahmetest kommt von der Österreichischen HochschülerInnenschaft. „Wir stellen uns ganz klar gegen jegliche Zugangsbeschränkungen“, so Vorsitzende Adrijana Novakovic (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS) in einer Aussendung. Der Medizin-Test sei „das Paradebeispiel, das jegliche Befürchtung gegenüber Zugangsbeschränkungen bestätigt“. Die soziale Durchmischung der Studierenden habe seit dessen Einführung abgenommen. Die ÖH will einen freien und offenen Hochschulzugang und fordert eine Ausfinanzierung der Hochschulen. Es liege beim Staat, genügend Studienplätze zu schaffen und eine anständige Orientierungsphase anzubieten.

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