Jung-Gregoritsch trug sich mit diesem Tor als jüngster Torschütze in die Bundesliga-Geschichte ein. "Vor meiner Hodenkrebs-OP vor 14 Jahren habe ich gesagt, dass es für mich das Schönste wäre, wenn ich einmal Michaels Trainer sein kann und er in der Bundesliga ein Tor schießt", sagte der Trainer-Vater am Tag nach dem erfolgreichen Debüt des zuvor schon dreimal auf der Ersatzbank gesessenen Jungspunds, der zuvor am Donnerstagvormittag die Schulbank im BRG Kapfenberg gedrückt hatte. Er machte sich das schönste Geschenk zu seinem 16. Geburtstag, den er am Sonntag feiert.
Ausführliche Spielberichte der Mittwoch-Partien von Sturm und Kapfenberg siehe Infobox!
Weil er keinen Stürmer mehr auf der Bank gehabt hatte, gab Gregoritsch senior dem 1,91 Meter großen Junior eine Chance. Außerdem habe er ihn schon mehrmals im Training und am Vormittag im Abschlusstraining überzeugt. "Da hat er ein Kopftor erzielt", erzählte der KSV-Trainer über die Vorgeschichte des Debüts. Über die steirischen Grenzen hinaus hat sich der Sohn schon im Vorjahr unter Insidern einen Namen gemacht, als er mit der steirischen U17-Landesauswahl 2009 als 15-Jähriger Schützenkönig wurde.
Ein Typ wie Janko
In der Familie hat sich Michael schon in frühen Jahren mit dem Metier vertraut gemacht, berichtete der Vater, dessen Frau Kinderärztin ist und dessen älterer Sohn Jus studiert. Michael wird seinen Vater sportlich wohl in den Schatten stellen. "Er wird ein viel besserer Spieler, auch als ich es war. Ich habe mir damals viel mit meiner Emotion verhaut. Ich war ein giftiger, schneller Stürmer, Michael ist ein intelligenter Strafraum- und ein guter Kopfball-Spieler, ein ähnlicher Typ wie Marc Janko, er wird seinen Weg machen. Im vergangenen Jahr hat er sich gewaltig entwickelt", sagt der KSV-Coach.
Der Treffer von Gregoritsch, der die 450 Minuten dauernde Torsperre des jungen Austria-Keeper Lindner beendete, hätte für die Obersteirer fast zum ersten Erfolg seit sieben Runden oder 27. Februar gereicht. Aber Liendl, der Ex-Kapfenberger im Austria-Dress, verhinderte dies in der 91. Minute mit dem Ausgleich. "Das schmerzt, meine Mannschaft hat viel Aufwand betrieben und hätte sich den Sieg verdient", meinte Gregoritsch sen.
Daxbacher: "Es war ein Rückzugsgefecht"
Sein Widerpart hätte sich am Vorabend seines 57. Geburtstages wohl mehr als einen Zähler gewünscht. "Wenn man mit zehn Mann in Rückstand gerät, dann den Ausgleich erzielt, muss man glücklich und zufrieden sein mit dem Punkt. Nach dem Ausschluss von Junuzovic war es ein Rückzugsgefecht", sagte Karl Daxbacher, und Liendl gab zu: "Spekuliert haben wir mit drei Punkten, aber nach dem Spielverlauf können wir mit einem Zähler zufrieden sein." Die Violetten sind seit 14. März sechs Runden ungeschlagen.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.