01.07.2019 16:25 |

Aus für Sex-Experten?

„Pädagogischer Rückschritt um mehrere Jahrzehnte“

Externen Sexualpädogoginnen und -pädagogen in Schulen droht das Aus. Am Dienstag wird im Parlament darüber abgestimmt. Am Montag ging die steirische Bildungslandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) in die Offensive: Das Aus für externen Experten in diesem Bereich erachte sie als „Rückschritt um pädagogisch mehrere Jahrzehnte“. Ihr Ressort fördert entsprechende Vereine mit jährlich rund 140.000 Euro.

ÖVP und FPÖ planen im Parlament einen Entschließungsantag, der das Aus für externe Sexualpädagogen an Schulen vorsieht. Anlass sind die vor wenigen Monaten an die Öffentlichkeit gekommenen Methoden eines sehr konservativen, umstrittenen Vereins.

„Mir fehlt jedes Verständnis“
Ursula Lackner sieht das Vorhaben sehr kritisch. Den Jugendlichen müsse ein vertrauenswürdiger Rahmen und Ansprechpartner für das Stellen von intimen Fragen und das Reden über ihre Probleme gegeben werden. „Deshalb unterstützen wir den Einsatz von ausgebildeten Sexualpädagoginnen und -pädagogen, deren Aufgabe es ist, sexuelle Bildung dorthin zu bringen, wo sie am nötigsten gebraucht wird. Mir fehlt jedes Verständnis, dass man den Initiativen den Garaus machen will“, zeigte sich die Landesrätin empört.

FPÖ: „Grob fahrlässig“
Von einer „völlig überhöhten Landessubvention“ sprachen hingegen die steirischen Freiheitlichen in ihrer Aussendung vom Montag. „Diesen hochsensiblen Unterricht diversen Vereinen unterschiedlichster Weltanschauungen in die Hände zu legen, halte ich für grob fahrlässig“, so der geschäftsführende Klubobmann Stefan Hermann. Die Freiheitlichen wollen Lackner in der Landtagssitzung am Dienstag auch noch einmal zu diesem Thema befragen.

„Aufklärung nicht der Pornografie überlassen“
„Wir dürfen die Aufklärung von Jugendlichen nicht den Medien überlassen, insbesondere nicht der Pornografie“, betonte Heidi Fuchs, Geschäftsleiterin vom Zentrum für Sexuelle Bildung im Pressegespräch. „Wir führen bereits Wartelisten von über 60 Workshops für das nächste Schuljahr und können die Nachfrage seit Jahren bei weitem nicht abdecken.“

Das Frauengesundheitszentrum ist eine weitere steirische Institution, die Workshops in Schulen und Jugendzentren anbietet. Viele Bedingungen für eine qualitätvolle Sexualpädagogik seien laut Sprecherin Hanna Rohn derzeit an den Schulen nicht gegeben: So bilde etwa nur ein einziges Schulbuch in Österreich die gesamte Klitoris der Frau ab.

Hohe Nachfrage
Vor zehn Jahren wurde das Netzwerk Sexuelle Bildung Steiermark aufgebaut, wo die Qualität der zwölf Mitgliedsorganisationen ständig weiterentwickelt werde. Im Vorjahr haben die Mitglieder mehr als 16.000 Kinder und Jugendliche in Workshops erreicht und es gebe „mehr Nachfrage, als wir decken können“. 

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