15.06.2019 09:00 |

Abfall wird Biosprit

Halleiner Zellstoffwerk plant Bioethanol-Anlage

Neue Kraft aus Abfallprodukten: Der Halleiner Zellstoff-Hersteller „Austrocel“ plant eine Bioethanol-Anlage, in der aus der überschüssigen Braunlauge umweltfreundlicher Biosprit hergestellt werden soll. Ende Juli steht das Behördenverfahren an, schon im August könnte gebaut werden. Kostenpunkt: 42 Millionen Euro.

Eine „Bio-Raffinerie“ will der Halleiner Zellstoff-Hersteller „Austrocel“ schon seit längerem werden. Doch jetzt will es das Unternehmen so richtig wissen: Nach dreijähriger Planungsphase soll am Werksgelände eine neue Bioethanol-Anlage entstehen, in der Abfälle aus der Zellstofferzeugung zu Bioethanol verarbeitet werden können. Kostenpunkt: 42 Millionen Euro.

„Die Behördenverhandlungen sind von 31. Juli bis 1. August angesetzt. Derzeit basteln wir an der Finanzierung“, berichtet Jörg Harbring, der Geschäftsführer des Unternehmens ist. Das seit 2017 zur US-amerikanisch-britischen Investorengruppe Towerbrook gehört.

Die Bagger könnten daher bereits im August auffahren. Vorausgesetzt, dass nicht nur die Behörden, sondern auch der Aufsichtsräte des Unternehmens den Ausbauplänen zustimmen. Die Inbetriebnahme der Bioethanol-Anlage wäre damit im vierten Quartal 2020 möglich, die erste Bioethanol-Lieferung schon im Jänner 2021: „Wir sind schon mit einigen großen Treibstoff-Raffinieren im Gespräch, die unser Bioethanol zu ihren Benzinen beimischen möchten“, so Harbring.

Zunächst sollen ab 2021 jährlich 25 Millionen Liter Bioethanol hergestellt werden, in einem weiteren Schritt soll die Menge auf 30 Millionen Liter gesteigert werden. Also auf gut ein Prozent des österreichischen Benzinverbrauchs: „Unser Ziel ist es, dass dieses zusätzliche Standbein für 10 Prozent unseres Umsatzes sorgt“, meint Harbring, der 2018 mit seinen 250 Mitarbeitern 150 Millionen Euro Umsatz erzielte.

VS

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