04.06.2019 06:00 |

Transportdauer erhöht

„Frächterwohl geht offenbar vor Tierwohl“

Lange Tiertransporte sind vielen Tierschützern schon an sich ein Dorn im Auge. Jetzt übt der steirische Noch-EU-Abgeordnete Thomas Waitz von den Grünen in der Sache scharfe Kritik an der gestürzten schwarz-blauen Regierung: Sie habe – entgegen EU-Verordnungen – die zulässigen Transportdauern noch einmal erhöht. In der Steiermark fällt die Bilanz der Tierschützer zwiespältig aus.

„Frächterwohl geht offenbar vor Tierwohl.“ So kommentiert Thomas Waitz eine Änderung im Tiertransport-Handbuch, die Ex-Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) heuer vorgenommen hat. Inhalt: Entgegen einer EU-Verordnung wird die Zeit des Auf- und Abladens der Tiere nicht zur „Beförderung“ gerechnet. Das verlängert das Leid der Tiere. Außerdem, so der Vorwurf, dulde Österreich den Transport von nicht entwöhnten Kälbern, was an Tierquälerei grenze.

Lob und Kritik für Zustände in der Steiermark
„Wir erwarten, dass die Übergangsregierung einen rechtskonformen Zustand herstellt. Und auch das Land Steiermark sollte seine Amtstierärzte anweisen, in Einklang mit EU-Zielen zu handeln“, so Waitz, der die steirischen Behörden grundsätzlich lobt: „Wegen den strengen Kontrollen machen viele Frächter einen großen Bogen um unser Land.“

Dennoch passieren auch in der Steiermark gravierende Verstöße gegen den Tierschutz. So fliegen immer wieder Frächter auf, die Tiere illegal in parkenden Lkw schmachten lassen. Und der Kärntner Tierarzt und Tiertransport-Experte Alexander Rabitsch berichtet: „Viele Transporte gehen in Gegenden mit unmöglichen Bedingungen. Zum Beispiel heuer am 11. Jänner in die russische Stadt Samara, wo es minus 16 Grad hatte. Außerdem gibt es in den Zielländern Zentralasiens gar keine Einrichtung, wo Tiere - wie bei uns vorgeschrieben - zwischen den Etappen abgeladen werden können.“

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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