21.05.2019 09:30 |

Stier niedergetrampelt

Bergheim: Tiertransporter unter die Lupe genommen

Großkontrolle 500 Meter vom Schlachthof in Bergheim entfernt: Landesveterinärdirektor Josef Schöchl, Amtstierarzt Manfred Pledl und die örtliche Polizei hielten zehn Großtransporter auf. 178 Tiere, der Großteil Kälber, wurden kontrolliert. Ein Stier war schon beinahe verendet, andere hatten ihn niedergetrampelt.

„Wegen des Kälbermarktes beim Schlachthof, der immer montags stattfindet, haben wir auch am ersten Tag der Woche kontrolliert“, erläutert Bergheims Polizeichef Helmut Naderer, der mit fünf Kollegen vor Ort war. Bei den Transporten gab es früher immer wieder viel zu beanstanden. Seit die Kontrollen aber so regelmäßig stattfinden, hat sich die Situation gebessert.

Zehn Großtransporter wurden unter die Lupe genommen, der Großteil aus Tschechien, der Rest aus dem Lungau, aus Oberösterreich und aus Tirol. „Bei den heimischen Transporten gab es nichts zu beanstanden“, so die Experten. In einem der tschechischen Lkw lag aber ein Stier schon reglos am Boden. Das Tier war in einem schlimmen Zustand, die anderen Kühe waren schon auf ihm herumgetrampelt. Der Stier wurde vor Ort so schnell es ging erlöst.

Der Zustand der restlichen Kühe und Kälber war in Ordnung. Sie hatten auch genug Wasser. Die Lenker konnten darüber hinaus die geforderten Pausen nach jeweils vier Stunden Fahrt nachweisen. Bei einem Lkw gab es technische Mängel. Der Fahrer erhielt ein Organmandat.

Kälber dürfen bei uns erst transportiert werden, wenn sie mindestens 14 Tage alt sind und der Nabelstrang bereits abgeheilt und abgefallen ist. Das passte bei der Kontrolle bei allen Tieren.

Der Großteil der Kälber wird weiterverkauft und damit auch in einigen Tagen weiter transportiert. Die Fahrten gehen dann bis nach Italien und nach Spanien.

Knapp88.000 Tiere werden jährlich in Bergheim geschlachtet. Die Kontrolle war die erste im heurigen Jahr. „Wir bleiben aber weiter dran. So schlimme Dinge wie früher, als die Kälber blutend und verletzt am Boden lagen, können wir nur durch den anhaltenden Kontrolldruck verhindern“, sagt Naderer. Die Lenker der Transporter wissen mittlerweile, dass es in Salzburg „streng“ zu geht und versuchen sich deswegen auch vermehrt an die Regeln zu halten.

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