Do, 20. Juni 2019
20.05.2019 08:29

Julius Lechner

Ein Salzburger ist am Thron der Effekte

Julius Lechner ist 31 Jahre jung. Er kreiert Visual Effects. Und dies sehr erfolgreich: Emmy und Oscar konnte er für Hits wie „Game of Thrones“ schon feiern. Die „Krone“ sprach mit unserem Star, den keiner kennt.

Bis zu seinem 18. Lebensjahr war Lechner in Salzburg. Er wuchs mit fünf Geschwistern im Stadtteil Gnigl auf – die Mama ist eine evangelische Priesterin, der Vater Arzt. „Eine normale Kindheit.“ Lechner besuchte das Gymnasium in der Akademiestraße, bevor er zu studieren begann. „Damals wusste ich noch nicht, was ich machen wollte“, erzählt der Kreative der „Krone“. Jetzt, mehr als zehn Jahre später, ist der „ferne Traum“ wahr geworden.

Von Salzburg über Berlin bis nach Vancouver
Den Beginn der Karriere markierte der Bachelor-Abschluss an der FH Hagenberg. 2008 folgten Praktika und der erste Job in Stuttgart: bei Pixomondo. Nach einem Jahr kehrte Lechner nach Salzburg zurück, schloss den Master für Multimedia Arts an der hiesigen FH ab. „Danach ging ich nach Berlin und kehrte wieder zu meiner Firma zurück.“ Dort durfte er für seine Mitarbeit an „Hugo Cabret“ den Oscar in die Hände nehmen. 2012 erreichte ihn ein Anruf aus dem kanadischen Vancouver, von „Scanline VFX“ – einer Firma, die für „große Effect-Shots mit eigener Software“ bekannt ist. „Sie machten mir ein Angebot und seither lebe ich dort.“ Von Jahr zu Jahr, von Projekt zu Projekt, kletterte Lechner die Karriere-Leiter hinauf – mittlerweile ist er „Visual Effects Supervisioner“, quasi ein Projektleiter. Eine Führungsposition in der 300-Mann-Firma. „Ich bin jetzt dafür verantwortlich, dass das Projekt gut ausschaut und rechtzeitig fertig wird.“

Lechner: „Jeder hat so seine Lieblings-Shots“
Lechners Spezialität ist der Boom-Effekt, jene animierten Szenen in denen Seher große Augen machen: „Feuer, Explosionen, Einstürze, das zu simulieren liegt mir einfach.“ Zur Zeit werkt der Gnigler am neusten Spiderman-Streifen - höchste Geheimhaltung dazu. Sein Lieblingsprojekt? Er nennt „Aquaman“, „Iron Man 3“ und vor allem „Game of Thrones“, outet sich auch als Fan. „Für diesen Job war ich Feuer und Flamme.“ Grundsätzlich habe aber „jedes Projekt seinen eigenen Reiz“.

Erstaunlich ist, wie viele Personen an nur wenigen Film-Sekunden feilen - reine Computer-Arbeit wohlgemerkt. So baut einer die 3D-Figur, der nächste gibt ihr Farbe, wieder ein anderer erweckt sie zum Leben, einer streut dazu Bildmaterial ein: „Bei manchen Szenen entstehen die Visual Effects komplett am PC, bei anderen werden die Effekte in echtes Bildmaterial eingefügt“, erklärt Lechner.

Die richtige Ausbildung und Glück

Rückblickend habe sich sein Berufsweg „wie bei einem Puzzle“ zusammengefügt: „Vieles, was ich in der Ausbildung lernte, habe ich später gebraucht“, nennt der Profi als Beispiel das Vektor-Rechnen aus seiner Gym-Zeit. In der Branche gäbe es „viele Quereinsteiger“. Man spezialisiert sich entweder auf technisches oder kreatives.

Hierzulande sind die Möglichkeiten begrenzt: „In Österreich gibt es viel Potenzial, die meisten gehen aber ins Ausland.“ Nach London, Berlin oder Übersee. Die Chancen sind da, ergreifen müsse man sie: „Ich hatte auf meinem Weg auch viel Glück. Und Mentoren und Kollegen, die mich gefördert haben, dafür bin ich superdankbar.“

Antonio Lovric
Antonio Lovric

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