18.05.2019 09:00 |

Forst gab grünes Licht

Zwei Fuchsbauten wurden bei Baurodungen zerstört

Heftige Kritik gibt es jetzt an den radikalen Rodungsmaßnahmen der Asfinag im Rondell der Autobahnauf- beziehungsweise -abfahrt Zirl West: Bei den Rodungen wurden zwei Fuchsbauten mit jungen Füchsen zerstört. „Das ist Tierquälerei“, schäumt Franz Reinhart, Zirler Waldbesitzervertreter in der Forsttagskommission.

Die Asfinag hatte bei der Gemeinde Zirl angesucht, in dem Bereich kranke Bäume zu fällen. „Um eine hohe Kubikmeterzahl wurde angesucht“, erinnert sich Franz Reinhart. Für den Waldbesitzervertreter wären etwa zehn Prozent der Bäume akzeptabel gewesen. „Ich hatte aber gleich das Gefühl, dass mehr als nur die kranken Bäume gefällt würden“, sagt Reinhart. Deshalb lehnte er die Rodungen ab. Vom Forst kam hingegen grünes Licht dafür.

„In Wüste verwandelt“
Sein Gefühl hat Reinhart nicht getäuscht. In dem Rondell steht inzwischen kein Baum mehr (die Krone berichtete). „Es wurde freilich nicht nur gerodet, man hat das Gelände außerdem gemulcht und in eine Wüste verwandelt. Was aber noch problematischer ist: In der Böschung befanden sich zwei Fuchsbauten – die wurden zerstört. Die Tiere sind tot oder an einen anderen Platz übersiedelt. Das halte ich für Tierquälerei!“


„Für die Arbeiten erfolgte eine Abstimmung mit den Forstexperten des Landes Tirol – somit liegt dafür ein gültiger Bescheid der Behörde vor“, rechtfertigt Asfinag-Pressesprecher Alexander Holzedl die Maßnahmen. Teil dessen sei auch die Überprüfung gewesen, ob dort in Sachen Fauna Besonderheiten vorliegen. „Hätte man Fuchsbauten entdeckt, hätte die Asfinag bei den Forstarbeiten darauf Rücksicht genommen – gemäß Bescheid.“ „Bei der gerodeten und gemulchten Fläche handelte es sich außerdem um eine wertvolle Insel für Kleinlebewesen“, legt Franz Reinhart nach.

Einerseits würde die Renaturierung von Flächen finanziell gefördert, andererseits über bestehende Bereiche mit der Keule drübergefahren, schüttelt er ungläubig den Kopf.

Aufforstung im Sommer
Die Asfinag betont, den Bereich im Frühsommer wieder umfassend aufzuforsten. Bei der Neubepflanzung werde auf einen idealeren Bewuchs neben der Autobahn geachtet, damit die künftige Gehölzpflege optimierter passieren könne.

Peter Freiberger
Peter Freiberger

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