So, 26. Mai 2019
15.05.2019 07:17

Großer Tag am Freitag

Motto in der Selbsthilfe: Gemeinsam statt einsam

Am Freitag wird in Graz der „Tag der Selbsthilfe“ gefeiert. Grund genug für uns, auf Spurensuche zu gehen: 170 Gruppen zu 90 verschiedenen Themen gibt es in der Steiermark. „Und sie sind ein zentraler Baustein in unserem Gesundheitssystem“, betont Elisabeth Bachler von der Selbsthilfe-Kontaktstelle.

Seit 2016 gibt es die Selbsthilfe-Kontaktstelle – unterstützt von Stadt und Land – in der Grazer Lauzilgasse: Hier laufen die Fäden der 170 steirischen Gruppen zusammen. „Das Motto lautet ,Betroffene für Betroffene“, erklärt die engagierte Leiterin der Informationsdrehscheibe Elisabeth Bachler. „Wir helfen bei Räumlichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit, Weiterbildungen, Gruppentreffen und stellen Kontakt zu Professionisten her.“ Viele Anfragen erreichen Bachler & Co.: „Vor Kurzem haben wir binnen weniger Tage drei Anrufe von Eltern bekommen, deren Kinder den Kontakt abgebrochen haben. Da versuchen wir, die Betroffenen zusammenzuschließen.“

Was sind derzeit die am meisten nachgefragten Themenfelder? „Vor allem psychische Erkrankungen steigen extrem, das geht von Zwangsstörungen über Essstörungen bis hin zum Drogenkonsum.“

Warum sind Selbsthilfegruppen so unglaublich wichtig für unsere Gesellschaft? Bachler: „Die Wirkung – gerade, wenn es um Krankheitsbewältigung und psychische, soziale Probleme geht – ist unbestritten hoch und auch wissenschaftlich nachgewiesen. Die gleiche Betroffenheit der Mitglieder ermöglicht ein authentisches, gegenseitiges Verstehen. Damit sind die Gruppen eine wesentliche Ergänzung zu den professionellen Hilfen.“

Erfahrungsaustausch, persönliche Kontakte

Dabei geht es eben um den Erfahrungsaustausch und die persönlichen Kontakte. Und viele Gruppen holen sich auch immer wieder Experten und Profis an Bord, die Vorträge halten.

Die Bedeutung der Selbsthilfegruppen in der Steiermark ist riesig, muss aber noch stärker in der Gesellschaft verankert werden. Deshalb der Wunsch von Bachler: „Die Selbsthilfe muss in der Primärversorgung, in den Gesundheitszentren mehr Platz finden.“ In Hamburg etwa gibt es das Projekt „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“. Dabei wird das ärztliche und pflegerische Handeln durch das Erfahrungswissen der Selbsthilfe erweitert sowie der Kontakt zwischen Patienten und Selbsthilfegruppen gefördert.

Großer Tag am Freitag

Am Freitag präsentieren sich von 10 bis 16 Uhr mehr als 40 Selbsthilfegruppen der Öffentlichkeit. In den Grazer Kammersälen warten zudem Impfberatung, Sehtest, Vorträge, Tipps & Tricks und und und. Gehen Sie hin - der Eintritt ist frei!Der „Tag der Selbsthilfe“ (das Motto lautet „Gesunde Steiermark - Erfahrung nutzen“) in den Grazer Kammersälen ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die mehr als 40 Gruppen vor Ort decken ein riesiges Spektrum ab: Alzheimer, Essstörungen, Hörbeeinträchtigung, Kehlkopflose, Parkinson, Rheuma, psychische Erkrankungen, Stottern oder Transgender sind nur ein kleiner Auszug an Themenfeldern.

Neben diesen Präsentationen wartet am Freitag aber weit mehr auf die Besucher. Es gibt einen Gesundheitscheck und eine Impfberatung der GKK, Erste-Hilfe-Übungen mit dem Roten Kreuz, einen Sehtest, Tipps und Tricks rund um die Physiotherapie, die Geriatrischen Gesundheitszentren sind vor Ort, spannende Vorträge (unter anderem von Ex-Caritas-Direktor Franz Küberl), Kabarett, die Broschüre „Wie und wo finde ich gute medizinische Informationen im Internet?“ wird präsentiert und und und.

Der Eintritt ist kostenlos, die Veranstaltung ist im übrigen barrierefrei und die Vorträge werden in Gebärdensprache übersetzt.

Michael Jakl
Michael Jakl

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