Kosten explodieren

Spitals-Aus in Kitz spart Versicherten keinen Cent

Tirol
26.03.2010 17:08
Millionenverluste haben zur Schließung des Krankenhauses Kitzbühel geführt. Die Tiroler Gebietskrankenkasse und ihre Versicherten - sie zahlen 200 Millionen Euro in den Spitalstopf ein - ersparen sich aber keinen Cent. Die Kassen müssen gleich viel zahlen. Der Ruf nach einem neuen Finanzierungs-Modell wird lauter.

Die Kosten in den Krankenhäusern explodieren. In den nächsten Jahren werden österreichweit rund zwei Milliarden Euro zusätzlich gebraucht. Für die maroden Krankenkassen eine Horrorvorstellung. Denn sie sind zum Zahlen gesetzlich verpflichtet. 35 Prozent der Beitragseinnahmen fließen in den Spitalstopf. Egal, ob es in Tirol fünf oder zehn Krankenhäuser gibt.

Hans Jörg Schelling, Chef des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, nannte es bei seinem Besuch in der Tiroler Gebietskrankenkasse die "Kuriositäten der Finanzströme", die durch die unterschiedliche Finanzierung von niedergelassenen Ärzten und Spitälern entstanden sind. 

Patient geht im Kreis
Auf die Versicherten hat die unterschiedliche Finanzierung unangenehme Auswirkungen. "Da werden Patienten für die Voruntersuchungen für Operationen zu niedergelassenen Ärzten geschickt, um das Krankenhausbudget zu schonen. Das ist aufwändig und belastend für die Patienten, die wieder zu neuen Ärzten laufen müssen. Und es ist in den meisten Fällen auch teurer", nennt Schelling ein Beispiel.

Alles aus einem Topf
Für Schelling führt kein Weg an der Finanzierung aus einem Topf vorbei: "Nur so können wir das Angebot aufeinander abstimmen und kostengünstiger machen." Michael Huber, Obmann der TGKK, kann dieser Idee viel abgewinnen. Er fürchtet aber eine Zentralisierung: "Es muss gesichert sein, dass in Tirol entschieden wird, was für Tirol wichtig ist."

Der Streit um die Kompetenzen ist die große Hürde. Doch während gestritten wird, wer was entscheidet, versickern im Gesundheitssystem Unsummen.

von Claudia Thurner, Tiroler Krone

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