Do, 25. April 2019
16.04.2019 13:45

Smartphone-Sucht

Wenn der Handy-Exzess zur Abhängigkeit führt

Der Totalzusammenbruch der Social Networks am Sonntag hat viele Nutzer wütend gemacht. Hunderte frustrierte Meldungen gingen in den Zentralen ein. Solche Vorfälle zeigen, wie groß der Aufschrei in der Online-Welt ist, sobald der Server ausfällt. Die „Krone“ sprach mit Experten über die gefährliche Handy-Sucht.

Smartphones, Tablets und Computer üben eine faszinierende Wirkung auf Kinder und Jugendliche aus. Die digitale Welt eröffnet ihnen scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten zum Spielen, zum Chatten oder auch einfach nur zur Unterhaltung. Doch immer mehr Jugendliche und Kinder neigen zur exzessiven Handy-Nutzung, die den Weg in die Sucht ebnet. „Das liegt vor allem daran, dass Kindern heute Grenzerfahrungen aus dem realen Leben fehlen. Durch bestimmte Spiele zum Beispiel wird unser Stresssystem aktiviert, der Körper kann die dadurch angestaute Energie aber nicht richtig ausleben. Das hat erheblichen Einfluss auf die Stimmung und auch den körperlichen Zustand der Kinder“, erklärt Caroline Weinlich, Psychologin an der Suchthilfe Klinik Salzburg.

Die Grenze zwischen Exzess und Sucht
„Der Grad zwischen exzessivem Medienkonsum und wirklicher Sucht ist schmal. In der Suchtpräventionsstelle achten wir vor allem auf drei Signale. Der zeitliche Kontrollverlust, also wenn Jugendliche die Zeit, die sie online sind, nicht mehr richtig einschätzen können. Auffällig werden Betroffene auch, wenn sie ständig dran denken, wann sie das nächste Mal wieder die sozialen Netzwerke benutzen können und wenn der alleinige ’Sinn’ und Inhalt des Tages wirklich nur mehr in der Online-Präsenz besteht“, so Gerald Brandtner von der Suchtberatungsstelle „akzente“.

Präventivmaßnahmen gegen Handysucht
Wichtig sei vor allem Zeit im Freien zu verbringen und das Handy öfter auch einmal auszuschalten. „Die Abhängigkeit entsteht nämlich vor allem durch die Verfügbarkeit in Bezug auf den Internetzugang“, so der Experte.

Auch Schulen greifen das Thema digitales Bewusstsein immer häufiger auf. Im Projekt „OnLife“, das von der „akzente Fachstelle Suchtprävention“ initiiert wurde, will man Lehrern beibringen, wie sie den Kindern einen kritisch-reflexiven Umgang mit neuen Medien und dem Internet näher bringen können.

Stephanie Angerer

 krone.at
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