Mo, 22. April 2019
13.04.2019 05:00

Skandal in Deutschland

Medizin-Tourismus: Geschäft mit vielen Fallen

Der Medizintourismus boomt weltweit und er hat auch seine Schattenseiten: Bei der Behandlung von kuwaitischen Patienten verschwanden in Deutschland Hunderte Millionen Euro. Ein Skandal am Klinikum Stuttgart schlug hohe Wellen. Der Emir war auch in Berlin schon bei einem Gesundheits-Check. 

„Im Vergleich zu Deutschland ist der Medizintourismus in Österreich weder untersucht, noch kontrolliert“, beschreibt der deutsche Medizin-Tourismusexperte Jens Juszczak die vage Datenlage. Wenn Kliniken bei Promi-Behandlungen mauern, gehe es meist um sehr viel Geld.

Der Emir von Kuwait, der gerade Salzburg wieder verlassen hat, ist auch bei unseren Nachbarn kein Unbekannter. Er war in Berlin bei einem Check-Up, sein Sohn, der Kronprinz wurde dort operiert. Eine Rechnungssumme im sechsstelligen Bereich wird kolportiert. Ärzte sprechen hier wie dort von weltweitem Renommee. Jährlich werden in Deutschland mit Medizin-Urlaubern rund 1,2 Milliarden € eingenommen. Der Geschäftszweig boomt, unser Gesundheitssystem profitiert.

Aber er hat aber auch Schattenseiten: Nach dem Verschwinden von hunderten Millionen Euro brachen in Deutschland die Patienten vor allem aus Kuwait ein. „Es gibt dort keine Krankenversicherungen, wie wir das kennen“, erklärt Juszczak. Der Staat und Botschaften vor Ort übernehmen die Organisation. Es kam an mehreren Klinikstandorten zu personellen Verwicklungen auf allen Ebenen: Ärzte, Klinikmanager und Patientenvermittler hatten sich zu verantworten.

Vermittler verdienen mit Patienten oft Unsummen

Faire Abrechnungen sind oft der Knackpunkt, weiß der Experte. Vermittler sind meist zwischengeschaltet. Das Kassieren hoher Provisionen ist in Deutschland verboten und seit 2016 auch ein Straftatbestand. Agenturen würden daher häufig auf Österreich ausweichen, heißt es. Dort gebe es kein lästiges Nachfragen der Behörden. Im Dunstkreis des Emirs soll auch eine Vermittler-Firma aus Bad Homburg aktiv sein.

Im Internet immer wieder angeführt: das Salzburger Universitätsklinikum. Auch auf der Website „europehealth.com“ wirbt Salzburg an erster Stelle neben dem Universitätsspital von Heidelberg oder dem Klinikum Schwabing. Auch in Wien gibt es neue Aktivitäten: Mit Austrian Health wurde erst im Herbst 2018 ein Service-Center für ausländische Patienten gegründet. Zielgruppe: vor allem Russen.

Sabine Salzmann

 krone.at
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