02.04.2019 07:00 |

Peinliche Uni-Panne

Studenten bekamen Klausur mit richtigen Antworten

So etwas hat es an der Juridischen Fakultät der Universität Salzburg wohl noch nie gegeben: Bei einer Fachprüfung in Europarecht konnten die Studenten die richtigen Antworten auf dem Klausurbogen erkennen. Die Prüfung wird nicht anerkannt, was für große Empörung bei den betroffenen Studierenden sorgt.

„Das ist wirklich eine Frechheit. So etwas darf sich eine universitäre Einrichtung einfach nicht leisten. Ich kann gut verstehen, dass die betroffenen Studenten wütend sind, da ihnen die Note jetzt aberkannt wird“, empört sich Felix Klein, ÖH-Vorsitzender der Universität Salzburg.

Richtige Antworten waren erkennbar
Insgesamt waren 103 Studenten zur Fachprüfung Europarecht angetreten. Erkennen konnte man die richtigen Antworten dadurch, dass sie sich in gedruckter Form von den falschen Antwortoptionen unterschieden. Die Folge: Europarecht wird den Angetretenen nicht anerkannt. Es wurden weder Prüfungsergebnisse freigegeben noch ins Noten-System eingetragen. Prüfungstechnisch sind alle Studierenden so gestellt, als wären sie nicht angetreten, heißt es in einer offiziellen Mail an die Studierenden, die zur Prüfung angemeldet waren.

Frust und Unverständnis bei den Studenten
Diese Nachricht sorgt bei den Betroffenen natürlich für Frust. „Ich verstehe einfach nicht, wie die Auswertung einer Multiple-Choice-Prüfung über vier Wochen dauern kann. Anstatt uns gleich zu informieren, haben sie uns praktisch hingehalten. Auch von einer Entschuldigung war keine Rede, es hieß nur, dass bedauerlicherweise ein Fehler passiert sei“, zeigte sich ein Student gegenüber der „Krone“ verärgert. Wahrscheinlich habe ein mitschreibender Student die Verantwortlichen über den Fehler informiert, mutmaßt er. Auch in der Statistik ist das Ergebnis der Europarecht-Fachprüfung deutlich aufgefallen: So eine hohe Anzahl an Null-Fehler-Prüfungen habe es in dieser Form noch nie gegeben.

ÖH äußert Kritik
Was ist nun die Konsequenz aus diesem Faux-Pax? „Wir werden einen Antrag auf Neu-Beurteilung stellen. Wenn es sein muss, kann dieser Fall auch bis zum Bundesverwaltungsgericht gehen“, erklärte Klein. Europarecht sei zudem keine kleine Prüfung. Viele Studenten, die nebenher arbeiten, nehmen sich zum Lernen auf diese Fachprüfung sogar extra Urlaub, so der ÖH-Vertreter.

Wie steht die Universität selbst diesem Missgeschick gegenüber?
„Es lag an den Lichtverhältnissen. Wir haben drei verschieden farbige Klausurbögen ausgeteilt. Bei den weißen konnte man die Antworten gut erkennen, bei den grünen schwach und bei den blauen war das überhaupt nicht mehr möglich. So etwas ist mir noch nie passiert“, gestand Stefan Griller, Professor des Fachs Europarecht.

Stephanie Angerer
Stephanie Angerer
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