Fr, 26. April 2019
20.03.2019 11:25

Steirische Prognose

„Ruf nach mehr Pflegepersonal nicht erfüllbar“

Die Steirer werden immer älter, der Bedarf an Pflegekräften steigt - wenn auch nur um ein Prozent bis 2025, wie eine aktuelle Studie zeigt. Doch die Herausforderung ist groß: „Es wird schwer, ausreichend Pflegekräfte zu gewinnen“, sagt Landesrat Christopher Drexler.

Im Auftrag des Landes hat das Entwicklungs- und Planungsinstitut für Gesundheit (EPIG GmbH) eine Prognose über den Bedarf an Pflegepersonal in der Steiermark bis 2025 erstellt. Errechnet wurde ein moderater Mehrbedarf von einem Prozent, das entspräche steiermarkweit etwa 21.200 Personen. 

Die Entwicklungen in den einzelnen Bereichen ist allerdings laut Studienautor Wolfgang Habacher unterschiedlich. So wird in den Spitälern bis 2025 um fünf Prozent weniger Pflegepersonal benötigt, weil die Behandlungsdauern kürzer werden (mehr ambulante Versorgung, medizinischer Fortschritt). Ein erhöhter Personalbedarff in der Langzeitpflege „wird das aber mehr als ausgleichen“. 

Das klingt beruhigend, ist es aber nur bedingt: Laut Experten wird es eine große Herausforderung, selbst diesen in Summe geringfügigen Mehrbedarf an Personal abdecken zu können - vor allem, da die nachkommenden Jahrgänge schrumpfen. „Der Ruf nach mehr Pflegpersonal ist in diesem Lichte also schlicht nicht erfüllbar“, macht Habacher keine Illusionen.

„Wir brauchen Veränderungen“
Was tun? Landesrat Christopher Drexler: „Unsere erste Aufgabe als Landesregierung wird es sein, die in der Bedarfsstudie ausgewiesenen benötigten Ausbildungsplätze für die einzelnen Berufsgruppen tatsächlich zur Verfügung zu stellen. 
In der Pflege muss unser Leitmotiv weiter mobil vor stationär sein und wir brauchen auch Veränderungen in den Strukturen. Denn wir können ein Krankenhaus ohne Pflegepersonal genauso wenig betreiben, wie ohne Ärzte - egal wie viel Geld wir für den Betrieb der Spitäler in die Hand nehmen.“

Mehr Plätze an der FH Joanneum
An einer wichtigen Schraube möchte Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin für Wissenschaft und Forschung, drehen: „Die nun vorliegende Studie zur Pflegepersonal-Bedarfsprognose für die Steiermark liefert uns die Datengrundlage zum Mehrbedarf bei den FH-Studienplätzen in der Gesundheits- und Krankenpflege (derzeit 72 Anfängerplätze, Anm.) und auch über den Zeitraum, in dem der schrittweise Ausbau des Studienangebots erfolgen soll.“

Die Vorabeiten haben bereits begonnen: „Die Geschäftsführung der Fachhochschule Joanneum wurde bereits beauftragt, entsprechende kurz- und mittelfristige Szenarien für den schrittweisen Ausbau der Studienplätze vorzubereiten.“

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