Die Mannschaft von Bill Gilligan verlor die nächsten vier Spiele und schied am Donnerstag durch ein 2:5 in Kroatien sensationell aus. "Wir wollten, aber wir konnten nicht", lautete das Resümee des Trainers, der sein Team nun in der vorzeitigen Urlaub schicken musste.
"Gentleman" Gilligan nahm die Schuld ganz auf sich. "Es war in erster Linie Trainer-Schuld", erklärte er nach der entscheidenden Niederlage. "Ich habe die Mannschaft nicht genug auf den Gegner eingestellt, keinen Weg gefunden, die Schwächen zu beheben", sagte er. Der US-Amerikaner meinte da zum Beispiel das Powerplay, in dem die Steirer nur Platz acht einnehmen.
"Dem Druck nicht gewachsen"
Zudem sind nach Ansicht von Gilligan die Spieler mit dem Druck nicht fertig geworden, als Sieger des Grunddurchgangs ins Play-off gekommen zu sein. "Wir waren dem Druck im Kopf wahrscheinlich nicht gewachsen, der Favorit zu sein". Knackpunkt waren für den 99ers-Coach die Spiele drei und fünf. Im dritten Spiel kämpften sich die Grazer mit Glück in die Verlängerung, waren da die bessere Mannschaft, verloren aber noch mit 2:3. In der fünften Partie verspielten die Steirer zu Hause eine 3:0-Führung.
Gilligan wird sich in den nächsten Wochen nun ganz dem Nationalteam widmen können, mit dem er im April bei der B-WM in Tilburg den Aufstieg in die A-Gruppe anpeilt. Ob er in der nächsten Saison nach Graz zurückkehrt, konnte der 55-Jährige unmittelbar nach der Enttäuschung nicht sagen. Das Ausscheiden hätte jedenfalls keinen unmittelbaren Einfluss. "Die Entwicklung eines Klubs kann man nicht daran messen, wie weit man im Play-off kommt. Man muss sehen, was das ganze Jahr passiert, und da ist eine große Entwicklung feststellbar. Auch wenn wir uns einiges durch das frühe Aus wegnehmen ließen."
Verlierer-Image abgelegt
Der US-Erfolgstrainer, der mit dem KAC viermal und dem Schweizer Klub Bern dreimal Meister wurde, war im Jahr 2008 nach Graz gekommen. Mit den 99ers kann er in den zwei Jahren auf eine ausgesprochen positive Entwicklung zurückblicken. Nach zwei letzten Plätzen (2005/06, 2006/07) und einem vorletzten Rang (2007/08) in der Zeit vor Gilligan war sein Auftrag, das Verlierer-Image der Grazer abzulegen. Mit dem Erfolg, dass die Steirer sowohl in der Vorsaison als auch heuer das Viertelfinale erreichten. Im Vorjahr mussten sie sich als krasser Außenseiter erst in Spiel sieben den Vienna Capitals geschlagen geben, diesmal scheiterten sie als Favoriten.
Damit stehen drei der vier Halbfinalisten fest. Neben Zagreb haben sich auch die Vienna Capitals und die Black Wings Linz einen Platz in der Vorschlussrunde gesichert. Am Sonntag ermitteln Meister KAC und Vizemeister Salzburg den letzten Halbfinalisten. Die Klagenfurter erkämpften sich am Donnerstag mit einem 5:3-Heimsieg nach 2:3-Rückstand in das entscheidende siebte Spiel, das in Salzburg steigt.
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