15.03.2019 09:30 |

Keine Spielstätte

Football-Klub Ducks wird zu Wandervogel

American Football zählt auch in Österreich zu den wachsenden Sportarten. Erfolg und reger Zulauf von Aktiven sind aber kein zwangsläufiges Erfolgsrezept. Das zeigt sich im Jahr 2019 bei Stadtklub Salzburg Ducks. Nach Zwischenstopp in Anif und Damen-Kooperation mit der ASKÖ-Anlage in Maxglan standen die Enten im Winter ohne Spielstätte da. Der aus den Salzburg Bulls (Verband ASKÖ) hervorgegangene Union-Verein sieht sich als Opfer eines Politikums. Die Folgen: Die Enten werden zu Wandervögeln, müssen ins Umland pilgern. Zudem musste der Betrieb des zweiten Teams eingestellt werden.

Binnen weniger Jahre gelang den Ducks im Männer-Football der Aufstieg in die Division 2 (dritthöchste heimische Liga). Mehrfach stellten die Salzburger Nachwuchs-Nationalspieler, haben im Damensektor den größten Kader Österreichs. Das eigene U18-Team ist überhaupt seit 2016 ungeschlagen. „Im letzten Jahr haben wir außerdem 1600 Kinder im Flag Football unterrichtet“, betont der sportliche Leiter Florian Geyer. Bei Flag Football handelt es sich um eine körperlose Variante des Spiels.
Das Problem der Enten: Da Ex-Partner Anif die eigene Anlage wieder selbst nutzt, im Sportzentrum Mitte die Tribüne nur für Fußball zugelassen ist, muss man wieder ausweichen. Die 300 bis 500 Fans pro Spiel sollten möglichst auch Platz finden. Extra bitter: Die Ducks haben knapp 200 Spieler im Verein, Trainingsplätze sind nicht spieltauglich. Die Spiele der Saison 2019, die für den Drittligisten am 30. März in Slowenien beginnt, werden nun in Oberalm, Rif und Mondsee ausgetragen. Mangels Spielflächen und Alternativen wurde die in Division 4 aktive zweite Mannschaft sogar aufgelöst.

Die als hervorragend bezeichnete Kooperation mit Austria Salzburg und deren ASKÖ-Anlage in Maxglan im Damen-Bereich wurde hingegen nun aufgekündigt. „Als Austria Salzburg insolvent war, wurde uns von politischer Seite gesagt, dass wir uns für die Anlage bewerben sollen“, schildert Gappmayer. Die Klubchefin vermutet, dass Sportverband ASKÖ das nicht goutierte. Fakt: Maxglan-Pächter Austria Salzburg wurde ein gutes Angebot unterbreitet. „Wir wären eine für beide Vereine sinnvolle und wirtschaftlich erfolgreiche Kooperation eingegangen und hätten all unsere Heimspiele auf der Anlage in Maxglan austragen können. Die jährlichen Kosten von 20 000 Euro hätten wir über Eintritt und Gastro erwirtschaftet. In der Vergangenheit hate die Austria nur positive Erfahrungen mit uns als Untermieter gemacht“ stellt Obfrau-Stellvertreter Gerd Harlander fest. Trotzdem schob die ASKÖ der Nutzung seitens des Unionklubs nun einen Riegel vor. „Der Platz darf nur mehr für Fußball vermietet werden. Gründe wurden keine genannt.“
Für Geyer besonders ärgerlich: „Da die Austria ein ASKÖ-Verein ist und die Ducks ein Sportunion-Verein, wird dies nicht gewünscht. Dies wird auf dem Rücken von jungen Sportlern ausgetragen. Wo bleibt da die Politik, die im Wahlkampf für Sport und Jugend eintritt?“

Schlechter Platz-Zustand 
Politische Motivation sieht ASKÖ-Landesgeschäftsführer Jan Häuslmann keine: „Der Platz ist in einem schlechten Zustand, deshalb darf nur noch Fußball darauf gespielt werden. Und auch die Anrainer sind schon genug belastet.“ 
Auch das mögliche Geld durch die Ducks spielt für ihn keine Rolle. „Warum sollte jemand den Platz bekommen, nur weil er mehr bezahlt als andere. Es gibt auch genug Vereine innerhalb der ASKÖ die gerne in Maxglan spielen würden“, erklärt Häuslmann.

Auch heuer sind wieder einige U19-Ducks Spieler im österreichischen Nationalteam und verteidigen den fünften EM-Titel in Folge, kommendes Wochenende fahren einige Spielerinnen der Ducks First Ladies zum Tryout für die EM im Sommer in England.“ Weiteres Indiz für den schweren Stand der Sparte: Der Selbstbehalt für Spielerinnen bei der EM beträgt 900 bis 1500 Euro. Umstände, die in anderen Sportarten undenkbar wären. 

Walter Hofbauer
Walter Hofbauer

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