Do, 21. März 2019
12.03.2019 14:35

Rotes Raumschiff

Duo Steidl und Auinger als Symbol im Kleinen

Im Mai 2016 hatte Walter Steidl seinen Augenblick des Ruhms. Der Salzburger SPÖ-Chef durfte öffentlichkeitswirksam die Rolle des innerparteilichen Putschisten und Wegbereiters für die tragische Figur Christian Kern spielen. Eine vergleichbare, über die Landesgrenzen hinausreichende politsche Bedeutung wird Bernhard Auinger nach Lage der Dinge versagt bleiben.

Salzburgs sozialdemokratischer Bürgermeisterkandidat kann sich dennoch eines Eintrags in der Hauptstadtchronik sicher sein: Unter seiner Führung ist die rote Stadt erstmals in der Nachkriegsgeschichte unter tiefschwarze Dominanz geschlittert. Das Duo Steidl und Auinger steht damit im Kleinen als Symbol für den Zustand der SPÖ im Großen: Sie haben in ihrem weltfernen roten Raumschiff schon vor längerer Zeit den Kontakt zur Basisstation verloren. Nach einer nur in der Politik selten gültigen Logik müssten beide Herren abtreten. Aber wer sollte ihnen folgen, wer mag dieses Erbe antreten? Die Förderung geeigneter Thronfolger ist in der SPÖ seit langer Zeit keine Tugend mehr. Zu groß ist die berechtigte Furcht vor Konkurrenz. Da zieht man es vor, in einer immer kleiner werdenden Wagenburg den Aufstieg der anderen neidvoll zu beobachten. Steidl und Auinger können sich damit trösten, dass sie nicht alleine sind. Sie müssen nur in die Bundeshauptstadt schauen. Auch dort in der Zentrale und gegenüber im Wiener Rathaus klammern sich die Nachlassverwalter unter den Gemälden von Victor Adler und Bruno Kreisky an die Erinnerung von Macht und Selbstbewusstsein. Die Geschichte der Sozialdemokratie endet an dieser Stelle aber nicht. Sie hat das Potenzial, fortgeschrieben zu werden - wenn einmal neue Leute ihre Chance bekommen.

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