Di, 19. März 2019
01.03.2019 09:03

Weniger Engländer

Brexit verunsichert Betriebe in Seefeld

Die Nordische Ski-Weltmeisterschaft bringt vor allem für Seefeld viele neue skandinavische Gäste, Engländer kommen aber weniger als früher. Die Firmen sind deshalb in Sorge, große Angst gibt es bisher aber nicht. 

Überall leuchten die roten Fahnen mit dem blauen und weißen Kreuz in der Mitte. Die Skandinavier haben Seefeld aktuell fest im Griff. Dazwischen sieht man immer mal wieder eine italienische, österreichische oder schwedische Flagge. Kaum bis gar nicht: Britische Flaggen.

Einerseits haben Briten natürlich keine so starke Bindung zu den Nordischen Sportarten wie die Skandinavier, andererseits steht auch der Brexit im Raum - und bringt Unsicherheit mit.

„Keiner weiß, wie es weitergeht“
„Unsicherheit ist für den Tourismus immer schwierig“, erklärt Elias Walser, Geschäftsführer des TVB Seefeld. Aktuell wisse keiner, wie es weiter geht - „wird die Ein- und Ausreise durch den Brexit aber erschwert, ist das für die britischen Gäste natürlich ungünstig, weil der Aufwand höher wird“, schildert Walser.

Große Angst vor dem Brexit habe man von Seiten des Tourismusverbandes aber nicht: „Schlimmer wäre eine Verschlechterung der Luftanbindung“, schildert Walser.

„Briten sind gute Gäste, die viel Geld da lassen“
Die Anzahl der britischen Gäste liege im einstelligen Prozentteil, es gebe in Seefeld einen starken Mix an unterschiedlichen internationalen Gästen: „Wir sind zum Glück nicht von einem Markt abhängig“, bestätigt auch Bürgermeister Werner Frießer.

Früher kamen mehr große britische Reisegruppen aufs Plateau. „Inzwischen ist der Individualtourismus aber viel stärker geworden“, erklärt der Ortschef. Eine Entwicklung, die auch eine Hotelmitarbeiterin aus Seefeld beobachtet: „Wir hatten früher das Haus bis zu drei Viertel mit Briten voll. Derzeit sind zwei hier. Der Brite als Gast bleibt schon länger aus. Das ist schlecht, weil er ein guter Kunde ist, der viel Geld für Kleidung, Essen und andere Extras im Ort lässt“, sagt die Frau, die nicht namentlich genannt werden will.

Britischer Kundenanteil von rund 30 Prozent
Kommt der Brexit - und bleiben dadurch noch mehr Briten aus, bringe das Einbußen für so manche Betriebe: „Wir haben einen britischen Kundenanteil von rund 30 Prozent. Bleiben diese Gäste aus, wäre das schlimm. Aber wir versuchen, dem mit viel Informationen und Service vorzubeugen“, schildert etwa Stefan Spielmann vom Skiverleih „Ski Set“ in Seefeld.

Während der TVB von einer Kompensation der eventuellen Lücke durch die nordischen Gäste spricht, sieht Spielmann das anders: „Langlaufgäste haben ein anderes Urlaubsverhalten als Alpine. Sie interessieren sich mehr für den Sport, als das Drumherum. Es gibt weniger Nebenausgaben“, sagt Spielmann. Es bleibe also zu hoffen, dass am britischen Verhandlungstisch gute Ergebnisse erzielt werden und die Gäste von der Insel weiter kommen, so der Tenor.

Anna-Katharina Haselwanter
Anna-Katharina Haselwanter

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