21.02.2019 14:27 |

Spektakuläre Idee

Grazer Mühlgang für neue Radautobahn zuschütten

Spektakulärer Vorschlag zweier Studienautoren: Der Mühlgang in Graz soll zugeschüttet werden, weil er  nicht mehr benötigt werde. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl findet die Idee exzellent und will sie weiterverfolgen. Schon einmal wurde ein Mühlgang „begraben“ - am linken Murufer in den 1970er-Jahren.

Heute wird der im 13. Jahrhundert erbaute Mühlgang nur noch zur Stromerzeugung gebraucht. Einst gab es viele Mühlen, nutzten ihn Wäscherinnen, es gab sogar ein Bad. Zehn Mühlgang-Kraftwerke stehen im Grazer Stadtgebiet, sechs südlich von Graz.

Effizientere Nutzung der Wasserkraft möglich
Die Stromgewinnung könne jedoch besser erfolgen, finden die Studienautoren Gerhard Groier, er ist Elektrotechniker, und der Bauingenieur Johannes Wellacher: Indem das Mühlgangwasser in die Mur eingeleitet wird, um durch die Murkraftwerke zu fließen.

Der Vorteil fürdie Kraftwerksbetreiber: Sie könnten Personal- und Betriebskosten senken. „Aufgrund der größeren Fallhöhen in den Murkraftwerken könnte die Wasserkraft effizienter genutzt werden.“ Zudem fielen Überschwemmungen entlang des Mühlgangs weg.

Bis zu neun Hektar an neuer Fläche für Grazer
Der Gewinn an Freiflächen, so Groier und Wellacher, wäre durch die dann mögliche Zuschüttungdes imStadtgebiet rund 15 Kilometer langen Mühlgangs enorm. „Bis zu neun Hektar auf einer Nord-Süd-Achse sind möglich.“

Schon einmal wurde ja ein Mühlgang zugeschüttet, der am linken Muruferin den1970er-Jahren. Dieserfloss unter anderem in der Körösistraße. Über den ehemaligen Auslass unter der Keplerbrücke führt heute ein Radweg.

Nagl: „Exzellente Idee“
Nagl kann dem Vorschlag sehr viel abgewinnen: „.Die Idee, den Mühlgang zuzuschütten, um ihn für eine Radautobahn zu nutzen, ist exzellent. Auch weitere Nutzungsmöglichkeiten können überlegt werden.“ Freilich seien intensive Gespräche mit den Besitzern entlang des Mühlgangs nötig - einem alten Bäckereikonsortium und Kraftwerksbetreibern. Nagl: „Da geht es um Grundstücksablösen, um die Frage, wie die Stromerzeugung abgegolten wird und vieles mehr. Wir verfolgen die Idee weiter.“

Gerald Richter
Gerald Richter
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