09.02.2019 11:35 |

„Schwache“ Jahrgänge

Militär und Rotes Kreuz kämpfen um junge Männer

Seit dem Jahr 1982 sinkt die Geburtenrate in der Steiermark ständig. Jetzt bekommen das auch die Einsatzorganisationen zu spüren. Bundesheer, Rotes Kreuz & Co. müssen deswegen um die jungen Männer kämpfen. Was spricht für den Grundwehrdienst, was für den Zivildienst?

Wir leben in einer Zeit „schwächerer“ Geburten-Jahrgänge. 2008 gab es noch 48.000 stellungspflichtige Männer in Österreich, 2018 waren es nur noch 38.000. Das sorgt natürlich für einiges Kopfweh bei den Organisationen. „Wir werben seit vergangenem Sommer verstärkt um Zivildienstleistende. Dies insbesondere zielgruppenorientiert über die sozialen Medien“, sagt August Bäck, Sprecher des steirischen Roten Kreuzes.

Bundesheer wird beliebter
Was die Situation verschärft: Der Zulauf zum Bundesheer steigt. 2015 entschieden sich 54 Prozent für den Wehrdienst, 2018 waren es schon 70%. „Das Bundesheer ist nach den Zeiten des Kaputtsparens wieder attraktiver geworden“, erklärt Minister Mario Kunasek.

Welche Auswirkungen würde es haben, wenn es einmal zu wenige Zivildiener gebe? Bäck: „Bei gleicher Qualität müssten die Stellen durch berufliche Mitarbeiter besetzt werden. Das System würde für das Gemeinwohl viel teurer werden.“ So laufen bereits heftige Diskussionen über ein verpflichtendes Sozialjahr für alle.

Kaum Unterschiede bei Gehalt
Was spricht für oder gegen Zivildienst und Grundwehrdienst? Das Gehalt ist ähnlich: 339 Euro beim Zivildienst, 321,22 € beim Bundesheer. Dauer: neun Monate Zivildienst, sechs Monate Bundesheer.

Das spricht für den Zivildienst
August Bäck spricht für die „Zivis“: „Der Zivildienst ist eine Erfahrung, die jeden jungen Menschen prägt. Beim Roten Kreuz wird man zum Rettungssanitäter ausgebildet. So erhält man eine vollwertige und staatlich anerkannte Berufsausbildung. Durch den Zivildienst leistet man einen wertvollen Beitrag zum Gesundheits- und Sozialwesen, man lernt viele Menschen kennen und knüpft Kontakte, die man beim Studium oder im Arbeitsleben verwenden kann. Übrigens: Zwei Drittel der Zivildienstleistenden verbleiben bei uns als freiwillige Mitarbeiter.“

Das spricht für den Militärdienst
Mario Kunasek wirbt für den Militärdienst: „Mit der Wehrpflicht ergibt sich für die jungen Männer ein ,Heer von Möglichkeiten’. Die jungen Menschen haben die Chance, beim Bundesheer an der Verantwortung, die sie für die Gemeinschaft, für das Team, für die Kameraden übernehmen, auch persönlich zu wachsen! Das ÖBH ist ein attraktiver Arbeitgeber. Und: Grundwehrdiener leisten einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit unserer Heimat. Ein Beispiel: Beim Katastropheneinsatz im heurigen Jahrhundertschnee-Winter leistete das Bundesheer 87.000 Mannstunden - davon leisteten die Präsenzdiener rund 50 Prozent.“

Michael Jakl
Michael Jakl
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