23.01.2019 10:15 |

Jäger skeptisch

Bundesforste beteuern: Wild wird überall gefüttert

In Tirol haben die Bundesforste das Wildfüttern im Winter teilweise verboten, in Salzburg wurden nach den „Krone“-Berichten viele Wildfütterungen wieder beschickt: An 630 Krippen werden Rehe und Rotwild gefüttert, beteuern die Bundesforste. Keinesfalls wolle man nach der Devise „Wald statt Wild“ wirtschaften.

„Ja, es ist Ziel der Bundesforste, dass das Wild ohne Fütterung auskommt“, so Norbert Putzgruber von den Bundesforsten in einem „Krone“-Interview: Das solle aber in Absprache mit den Jägern erfolgen. Dem gegenüber steht die aktuelle Beteuerung der Bundesforste: „Wir füttern an 550 Rehwild-Fütterungen und 80 Rotwild-Fütterungen und zwar permanent“, so Bundesforste-Sprecherin Pia Buchner am Dienstag.

Wohl nur auf Druck der Öffentlichkeit. Jäger Christoph Burgstaller: „Bei mir hat Samstag Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl persönlich angerufen. Ich habe ihm geschildert, dass in Saalbach-Hinterglemm Fütterungen sehr wohl aufgelassen und nicht mehr beschickt wurden.“ Schöppl persönlich machte daraufhin Druck, einige Fütterungen wieder zu befüllen.

Jäger wollen das Wild nicht im Stich lassen
Christoph Burgstaller: „Solange das Wild in Not ist, werden wir ihm helfen.“ Bereits im September 2018 hatte die Jagdgemeinschaft Saalbach-Hinterglemm an die ÖBF und die Behörde geschrieben: „Wenn die Rehfütterungen, die es hier seit 50 Jahren gibt, nicht weiter beschickt werden, ist eine Katastrophe absehbar, weil die Tiere das einfach gewohnt sind.“

226,5 Millionen Umsatz machten die ÖBF im Jahr 2017, Vorstand Rudolf Freidhager wird seitens der Jägerschaft immer wieder vorgeworfen, dass er einen Wald ohne Wild haben wolle. Die Bundesforste sähen den Wald als Industriebetrieb zur Holzgewinnung.

Jäger Thomas Tscherne: „Der Wald ist ein Ökosystem und das Wild ist Teil davon. Sonst wäre es wie eine Eisenbahn ohne Schienen.“

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber
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