21.01.2019 07:00 |

Match in St. Johann

3033 sind für Ortschef, 4000 für Lift

Wie lange fährt der Hahnbaumlift in St. Johann noch? Darüber ist ein erbitterter Streit im Ort entstanden. Grüne und NEOS haben sich zu einer gemeinsamen Liste zusammengetan, ihr Ziel: den Sessellift retten! Auch FP-Mandatar Alexander Rieder will das, Tourismus-Sprecherin Nocker-Schwarzebacher ebenso.

VP-Bürgermeister Günther Mitterers Position ist klar: „Wirtschaftlich ist das Weiterführen des Hahnbaum-Sesselliftes nicht vertretbar.“ Jetzt rächen sich jahrelange Versäumnisse.

36 Millionen an Verbindlichkeiten drücken die Alpendorf Bergbahnen AG, da besteht Handlungsbedarf: Entweder die Gemeinde trage den jährlichen Abgang (bis zu 280.000 pro Jahr) oder der Hahnbaum-Sessellift wird dicht gemacht.

VP-Bürgermeister Günther Mitterer will den Lift abreißen lassen, obwohl die Gemeinde in der Liftgesellschaft über eine Sperrminorität verfügt: „Der Bürgermeister hat sich da von den Bergbahnen in eine Falle locken lassen“, sagt Stefan Zerza, der gemeinsam mit Mario Janska die überparteiliche Initiative „Pro Hahnbaum-Sessellift ins Leben gerufen hat.

Grüne und NEOS haben sich für die Gemeinderatswahl zu einer neuen Liste zusammengefunden „BürgerInnenbewegung St. Johann“ heißt sie. Ihr Hauptziel: den Sessellift erhalten!

Petra Nocker-Schwarzenbacher, Tourismussprecherin der Wirtschaftskammer und Hotelbesitzerin im Ort, ist ebenso für den Sessellift und FPÖ-Landtagsabgeordneter Alexander Rieder, ein gebürtiger St. Johanner, sowieso: „Die Leute hier haben eine enorme emotionale Bindung an den Lift, viele haben hier Ski fahren gelernt. Und wenn der Bürgermeister sagt: Wir bauen halt statt dessen einen Schlepplift. Wie will er bitte damit die Sommertouristen befördern?“

Ein Schlepplift auch für die Sommer-Touristen?
3033 Stimmen hat VP-Bürgermeister Günther Mitterer bei der 2014er-Wahl bekommen, alleine 4000 Menschen haben 2018 für den Hahnbaum-Sessellift unterschrieben.

Bgm. Mitterer bleibt dabei: „Der Lift wird abgebaut, wir brauchen nicht zu diskutieren.“ Petra Nocker-Schwarzenbacher, Ex-VP-Bürgermeisterin, kontert: „Hier leben viele vom Tourismus, der Lift-Abgang ist überschaubar, wenn man sich die Bergbahnen-Bilanzsumme ansieht. Es sollten alle für den Lift sein.“

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber
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