19.01.2019 16:00 |

„Gibt Knatsch“

Innsbrucker ÖVP nach Revolte im Krisenmodus

Alte Gemeinderatsriege macht dem neuen Klubobmann Johannes Anzengruber das Leben schwer.

Binnen Jahresfrist kündigte die ÖVP Innsbruck nach ihrer krachenden Wahlniederlage im Mai 2018 an, die Geschehnisse aufarbeiten zu wollen. Sprich: Die personellen Konsequenzen zu ziehen. Der Stuhl von Spitzenkandidat Franz X. Gruber wackelte damals nach dem Desaster bereits bedenklich, es gab Rücktrittsaufforderungen an ihn - und mit Vorzugsstimmen-Kaiser Johannes Anzengruber alsbald einen neuen Klubobmann.

Doch ein Jahr später sitzt der joviale Franz X. Gruber scheinbar fester im Sattel denn je. Doch Rücktrittsaufforderungen, wenn auch nur versteckt, gibt es gegen den unumstrittenen Sieger der Wahl aus VP-Sicht, Anzengruber. Ausgerechnet!

Die Turbulenzen, manchen sagen auch Spaltungstendenzen, innerhalb der Innsbrucker ÖVP gibt es schon länger. Aber nun, im Vorfeld dieses im Mai 2018 angekündigten Stadtparteitages, scheinen sich manche schon auf eine lange Nacht der Messer zu freuen!

In den Hauptrollen dieses Polit-Dramas, böse Zungen würden auch Schmierenkomödie dazu sagen: Matthias Weger, Ex-Intimus eines gewissen Ex-Nationalrats Dominik Schrott und ehemaliger JVP-Landesgeschäftsführer, der derzeit als Referent von Vize-BM StadtparteichefGruber werkelt;GR Andreas Wanker, der frühere Stadtrat, der wohlgerne anstelle von Anzengruber Klubobmann wäre, GR Birgit Winkel und Vize Gruber selbst.

Peter Pock als Stadtparteigeschäftsführer wird wohl auch informiert gewesen sein, als die gewählten Mandatare im Innsbrucker Gemeinderat gegen ihren eigenen Antrag (Gebührenbefreiung für Elektrofahrzeuge) stimmten, obwohl sie zuvor per Unterschrift das Gegenteil bekundet haben. Und das ist nicht der einzige Fall von sehr merkwürdigem Abstimmungsverhalten.

Offensichtlich geht es darum, dem neuen Klubobmann bei jeder Gelegenheit eins auszuwischen, ihn mit fortgesetzten (Stör-)Aktionen vielleicht sogar zum Rücktritt zu bewegen, damit er - oh Schreck - nicht auch noch Stadtparteiobmann anstelle von Gruber werden kann

Gruber, der trotz Halbierungder Wählerstimmen den Stadtsenatssitz für sichbeanspruchte, verkündete im Vorjahr einen Abschied auf Raten. Im Gemeinderat macht er genau das Gegenteil. Gefühlt99% aller Redebeiträge der VP-Fraktion stammen von ihm, seine jungen GR-Kollegen verdammt er pausenlos zum Zuhören.

Wenn dann doch einmal der Klubobmann aufsteht und die Budgetrede hält, verkündet Grubers Adjutant Weger gegenüber der „Krone“, Gruber selbst habe sie gehalten - und desavouiert damit ein weiteres Mal den Klubobmann.

Wer letzten Endesam längeren Ast sitzt, wird auch davon abhängen, wie lange die Landespartei diesem Treiben zuschaut!

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