19.01.2019 17:31 |

Unvermittelbar

Flüchtlinge wollen keine Lehre absolvieren

Seit Monaten bewegen Meldungen über junge Asylwerber das Land, die eine Lehre absolvieren, aber abgeschoben werden, weil ihr Antrag abgewiesen wurde. Im Pinzgau kämpft die Wirtschaft mit dem gegenteiligen Problem: Dort gibt es Dutzende Asylberechtige im besten Alter, die keine Lehrstelle annehmen wollen.

„Man sollte Asylwerbern die hier arbeiten wollen, die Möglichkeit dazu geben“, sagt Nick Kraguljac, Obmann der Wirtschaftskammer im Pinzgau. Knapp zehn Asylwerber absolvieren derzeit im Bezirk eine Lehre, mehrere von ihnen sind aber von Abschiebung bedroht. Unter anderem ein 24-jähriger Afghane, der sich bei der Firma Holzbau Maier in Bramberg zum Zimmerer und Tischler ausbilden lässt, aber einen negativen Asylbescheid erhalten hat: „Er hätte eine faire Chance verdient. Wir würden ihn gerne behalten“, so Firmenchefin Gundi Maier.

32 Asylberechtige wollen keine Lehre

Auf der anderen Seite kennt Kraguljac Fälle, in denen Flüchtlinge mit dem positiven Asylbescheid „sofort in Rente gehen, sprich in die Mindestsicherung“.

Am Freitag waren im Pinzgau 289 offene Lehrstellen gemeldet – „aus allen Bereichen“, wie Dietmar Hufnagl, Leiter der Bezirksstelle der Wirtschaftskammer, betont. Selbst Kfz-Techniker, der gefragteste Beruf bei jungen Männern, werden gesucht.

Dem stehen 131 arbeitslose Asylberechtigte gegenüber, darunter 32 im „lehrfähigen Alter“ von 16 bis 24 Jahren. Elf wären aufgrund nachgewiesener Deutschkenntnisse sofort vermittelbar. Das Problem: Die Lehrlingsentschädigung ist geringer als die Mindestsicherung von 863,04 Euro für Alleinstehende im Monat.

Beim AMS negiert man das Thema: „Das ist ein Gerücht“, sagt Sprecher Thomas Mayr zu möglicherweise arbeitsunwilligen Asylwerbern.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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