17.01.2019 05:46 |

Hintersee & Faistenau

„Das Schnitzel lassen wir uns trotzdem schmecken!“

Schnee – das Unwort des Jahres verursacht derzeit bei Betroffenen in manchen Regionen Salzburgs akute Magengeschwüre. In Faistenau und Hintersee lassen sich die Einheimischen nach zehn Tagen Dauer-Schaufeln das Schnitzel am Stammtisch dennoch schmecken. Und lassen dabei kein gutes Haar am „Lift-Chinesen“.

„Wie bekommt man den Schnee schnell wieder weg“, warf einer von der Stammtischrunde in der „Alten Krämerei“ in Hintersee in den Raum. Der Tenor: Mit einem Bach. „Leider verboten“, bedauert Franz. Zwei Stühle weiter beschwichtigt Postler Lois: „Wir haben früher auch viel Schnee gehabt. Durchgekommen bin ich beim Briefe ausfahren überall.“ „Dreimal musstest du angeschoben werden“, berichtigt Gattin Paula. Und ist froh, dass ihr Schatzl nicht mehr jeden Tag zwölf Stunden auf den Beinen ist.

Dann wechselte Peter das Thema: „Dass keine Touristen kommen, hängt auch mit dem geschlossenen Lift zusammen. Ein Schaden für die Region.“ Sein Sitznachbar, 17 Jahre mit der Pistenraupe im Skigebiet Gaißau-Hintersee unterwegs, ergänzt: „Um 10.000 Euro wurden Getränke gekauft. Diese verwahrlosen oben am Berg in der Hütte.“

Der knapp 140 Jahre alte „Krämerwirt“ in Faistenau liegt versteckt zwischen Schneebergen. Die Gaststube blieb Mittwochmittag so gut wie leer. Ein Todesfall im Ort – ein Mann erlitt offenbar beim Schneeschaufeln einen Herzinfarkt – hat die Stimmung jedoch getrübt. „Das geht einem schon nahe. Jeder war froh, unter Leuten zu sein. Täglich wurde Gitarre“, erzählt Chef David Ebner (29).

Sandra Aigner
Sandra Aigner
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