16.01.2019 09:03 |

Kontrolliert gesprengt

Hier donnert Mega-Lawine knapp neben Hof ins Tal

Nach den massiven Schneefälle herrscht in Tirol am Mittwoch weiterhin verbreitet große Lawinengefahr, also Stufe 4 der fünfteiligen Skala. Diese gelte vor allem oberhalb der Waldgrenze, teilte der Lawinenwarndienst mit. Nahe Nauders war die Lage bereits derart brenzlig, dass eine gewaltige Lawine kontrolliert abgesprengt wurde.

Die weiße Walze donnerte knapp hinter der Grenze zur Schweiz ins Tal, nur knapp vorbei an einem Berggehöft. „Die Lawine wurde von erfahrenen Sprengmeistern kontrolliert ,abgeschossen‘“, erklärte die Bergrettung Nauders. Niemand sei dabei zu Schaden gekommen.

In den kommenden Tagen rechnen die Experten mit einem langsamen Rückgang der Lawinengefahr. Viele Einzugsgebiete seien noch nicht vollständig entladen.

In den Hauptniederschlagsgebieten und an steilen Ost-, Süd- und Westhängen seien mit der tageszeitlichen Erwärmung weiterhin große und vereinzelt sehr große Lawinen zu erwarten. „An steilen Grashängen sind unterhalb von rund 2400 Metern einzelne mittlere und vereinzelt große Gleitschneelawinen möglich“, warnen die Experten.

Für Wintersport abseits gesicherter Pisten seien die Verhältnisse sehr gefährlich. Dies betreffe auch den Bereich der Waldgrenze und unterhalb der Waldgrenze. Vorsorgliche Sperrungen von Verkehrswegen könnten nötig werden.

„Stufe 3 wird oft unterschätzt“
Am Donnerstag soll die Lawinengefahr auf Stufe 3 sinken. „Für den Wintersport gilt: Wer kein ausgewiesener Experte ist, soll auf den gesicherten Pisten bleiben und den Aufenthalt im freien Skiraum vermeiden. Gerade die Lawinengefahrenstufe 3 wird oft unterschätzt, stellt aber die klassische Gefahrensituation für Wintersportler dar“, mahnte der Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, Rudi Mair. Indes sind laut den Verantwortlichen am Mittwoch noch Helikopterflüge für umfangreiche Schneedecken-Untersuchungen im Gelände sowie für Reparaturen und Kontrollen von Wetterstationen vorgesehen.

1200 Einsatzkräfte gefordert
Unterdessen wurde seitens der Einsatzkräfte in Tirol auch Bilanz gezogen: Rund 1200 Einsätze mit insgesamt 12.000 Feuerwehrleuten absolvierten Tirols Feuerwehren während der massiven Schneefälle. Am Dienstag waren zudem noch 80 Assistenzkräfte des Bundesheeres dabei, in den Gemeinden St. Johann in Tirol und St. Ulrich am Pillersee Dächer vom Schnee zu befreien.

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