14.01.2019 10:20 |

„Vier Pfoten“-Einsatz

Zwei der letzten Restaurantbären Albaniens befreit

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ nimmt zwei Bären aus Albanien in seine Obhut, die dringend ein neues Zuhause suchen. Die beiden Tiere leben derzeit in einem privaten Mini-Zoo eines Restaurants in der albanischen Stadt Shkoder. Die Tierschutzorganisation prüft aktuell die Möglichkeiten der Unterbringung in einem der europäischen Bärenschutzzentren, um den Wildtieren ein Leben in artgemäßer Umgebung zu ermöglichen. 

Das langfristige Ziel sei es, die grausame Bärenhaltung in ganz Europa zu beenden, so die „Vier Pfoten“. Die beiden zwölfjährigen Braunbären in Albanien, ein Männchen und ein Weibchen, sind dringend auf ein neues Zuhause angewiesen. Sie kamen bereits als Jungtiere in den privat geführten Mini-Zoo, der zu einem Restaurant in der Stadt Shkoder gehört. Die namenlosen Bären werden in einem tristen Metallkäfig gehalten, der ihnen mit nur circa 60 Quadratmetern Größe zu wenig Platz bietet: ihr Bewegungsradius ist sehr eingeschränkt, es gibt keine Beschäftigungsmöglichkeiten, und aufgrund der fehlenden Rückzugsorte sind sie tagtäglich Wind und Wetter ausgesetzt. Nach Angaben des Halters stammen die Tiere aus der Wildnis, ihre Mütter wurden vermutlich Opfer von Wilderern. Wie genau sie in den Mini-Zoo gekommen sind, ist nicht bekannt. Der Halter nahm die Bären nach eigener Aussage auf, weil sie alleine nicht in der Lage gewesen wären, zu überleben.

Mini-Zoo wird endlich geschlossen
Aufgrund vermehrter Kritik von Gästen und Touristen an der nicht artgemäßen Tierhaltung hat der Besitzer der Bären erfreulicherweise beschlossen, den Mini-Zoo zu schließen. Im November 2018 wurde „Vier Pfoten“ darüber in Kenntnis gesetzt und hat sich daraufhin bereit erklärt, beide Bären zu übernehmen. Derzeit wird geprüft, welches Bärenschutzzentrum für die Aufnahme der Tiere in Frage kommt. „Wie wir vor kurzem erfahren haben, will der Restaurantbesitzer und Halter der Bären schon bald mit Renovierungsarbeiten an seinem Restaurant beginnen. Die Bären brauchen also schnell ein neues Zuhause. Außerdem stellt die Organisation eines internationalen Wildtiertransports innerhalb weniger Wochen eine logistische Meisterleistung dar“, so Carsten Hertwig, Bärenexperte von der „Vier Pfoten“.

„Saddest Bears“-Kampagne: Bärenleid in Europa beenden
Viele Bären in Europa fristen ihr Dasein in qualvoller Umgebung, gehalten in winzigen Käfigen nahe Restaurants oder Hotels, wo sie als Touristenattraktion ausgestellt werden. Die beengten, nicht artgemäßen Haltungsbedingungen sind für die Tiere sowohl physisch als auch psychisch sehr belastend, viele von ihnen befinden sich in einem schlechten Allgemeinzustand. Die Organisation „Vier Pfoten“ hat es sich im Rahmen der „Saddest Bears“-Kampagne zur Rettung der traurigsten Bären Europas zur Aufgabe gemacht, die grausame Bärenhaltung auch in Albanien zu beenden. Im März 2016 unterzeichneten die Tierschützer eine Absichtserklärung mit dem albanischen Umweltministerium mit dem Ziel, gemeinsam eine nachhaltige und tierschutzgerechte Lösung für die vielen in katastrophaler Haltung lebenden albanischen Bären zu finden. Seither wurden in Kooperation mit den albanischen Behörden und anderen Tierschutzorganisationen mehr als 26 Bären gerettet und in ausländische Wildtierauffangstationen überführt. Sechs dieser Bären leben heute in den „Vier Pfoten“-Bärenschutzzentren im Kosovo sowie in Deutschland und Bulgarien.

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