10.01.2019 13:30 |

Nach Brandstiftung

Auto abgefackelt: „Bleibe auf den Kosten sitzen“

Rasch wurde jener 39-jährige Unterländer in Haft genommen, der am 3. Juni des Vorjahres „aus Eifersucht“ in einer Kufsteiner Tiefgarage einen Brand gelegt hatte. Menschen kamen bei dieser Wahnsinnstat glücklicherweise nicht zu Schaden. Sechs Autos wurden dabei aber zerstört – ein Opfer bleibt nun auf den Kosten sitzen!

Einen Gesamtschaden von fast 200.000 Euro verursachte das hinterhältig gelegte Feuer letzten Juni in der Tiefgarage einer Wohnanlage in der Kufsteiner Salurnerstraße. Peter Gross ist eines der Opfer, dessen Auto zerstört wurde. Der 67-jährige pensionierte Koch schaut jetzt sprichwörtlich durch die Finger, da er ohne Entschädigung auf seinem Unheil sitzen bleibt. Den 7. Juni 2018 wird er nicht so schnell vergessen. „Ich kam an diesem Tag von einem Aufenthalt in der Steiermark zurück und fand im Briefkasten einen Zettel mit der Aufforderung, mich bei der Polizeiinspektion Kufstein zu melden,“ erzählt er. Vor fünf Jahren, nach langem Sparen, leistete er sich einen neuen Seat Ibiza Combi. Für welchen er in der betreffenden Tiefgarage einen Stellplatz mietete. „Ich könnte heute noch vor Wut heulen, wenn ich mich zurückerinnere, als ich das ausgebrannte Wrack sah. Das Auto hatte noch einen Marktwert von 8000 Euro“.

Opfer ohne Anspruch
Der 39-jähriger amtsbekannte Täter konnte von der Exekutive rasch gefasst werden und wurde Ende Oktober vergangenen Jahres am Landesgericht Innsbruck zu zwei Jahren Haft – davon 16 Monate bedingt – sowie einer Zahlung von 3000 Euro an Peter Gross verurteilt. Gross meint: „Das zerstörte Auto war damals vier Jahre alt, deshalb hatte ich keine Vollkasko, sondern nur mehr die Haftpflichtversicherung.“ Daher beantragte er als Privatbeteiligter im Dezember vergangenen Jahres eine Bevorschussung von der im Urteil zugesprochenen, 3000 Euro umfassenden Entschädigung. Den Grund erklärt Gross folgendermaßen: „wegen der Verurteilung des Brandstifters war und wird in absehbarer Zeit mit keiner Zahlung an mich zu rechnen sein“. Die lapidare Mitteilung des Landesgerichtes auf dieses Ansuchen lautet auf Nachfrage von Gross: „Da der Täter mittellos ist , ist auch kein Vorschuss zu gewähren“.

Täter aus Haft entlassen
Der ehemalige Koch versteht seither die Welt nicht mehr: „Gibt es eigentlich noch Gerechtigkeit? Der Brandstifter befindet sich bereits seit dem November des Vorjahres wieder auf freiem Fuß und geht bisher – meines Wissens – keiner Arbeit nach.“

Hubert Berger

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