Do, 17. Jänner 2019

Sperren, Evakuierungen

10.01.2019 06:00

Sechs Meter: Ausseer „Land unter“

Ein ganzer Meter Schnee in nur einer Nacht, das ist auch im Salzkammergut nicht normal. Teile von Altaussee sind evakuiert worden, weil am Loser schon sechs Meter liegen. Dort steht seit Sonntag alles still - und auch auf der Tauplitz mussten zwei große Lifte gesperrt werden.

„Gut hab’ ich nicht geschlafen“, gesteht Gerald Loitzl. Der Altausseer Bürgermeister hat die Nacht auf Mittwoch noch daheim am Hof verbracht, während seine Familie schon auswärts Unterschlupf gefunden hat.

Häuser in Lichtersberg und Firscherndorf evakuiert
Als Chef der Lawinenkommission hat er selbst seinen Nachbarn im Ortsteil Lichtersberg - so wie einigen Bewohnern von Fischerndorf - geraten, auszuziehen. „Insgesamt haben wir 25 Anwesen mit 80 bis 100 Leuten evakuiert. Wir warten wie alle anderen dringendst auf besseres Flugwetter.“ Dann könnten die Hubschrauber endlich Klarheit über die Schneelage schaffen und Lawinen sprengen.

„Vom Loserstock herunter sind jetzt Selbstauslösungen möglich“, erklärt Loitzl die Bedeutung der seit Dienstag geltenden Warnstufe 5. Deshalb wird auch er nur mehr kurz daheim vorbeischauen, um die 20 Kühe im Stall zu versorgen.

Loser: Schwachschichten in der Schneedecke
Damit ist der Ortschef sicher gut beraten, denn die Bedrohung nimmt immer weiter zu. „Ich hab’ gerade neue Schneeprofile erstellt“, erzählt Markus Raich, Einsatzleiter der Bergrettung und ebenfalls Lawinenkommissar. Ergebnis: sechs Meter am Loser! In den Triebschneehängen sei es noch mehr, so Raich, dem vor allem die vielen Schwachschichten in der Schneedecke Sorgen bereiten.

Ein weiteres Problem am Loser: Der automatischen Sprenganlage, die durch regelmäßige Sprengungen große Schadlawinen verhindern soll, geht das benötigte Gas (Sauerstoff) aus. Also wartet auch hier alles auf besseres Flugwetter, denn nur mit Hubschrauber kann man die Anlagen auffüllen.

Auch auf der Tauplitz wurden Pisten gesperrt
Voll intakt sind hingegen die Sprenganlagen auf der Tauplitz. Doch auch dort fiel so viel Neuschnee, dass am Mittwoch die Bahnen auf Lawinenstein und Mitterstein gesperrt blieben. Ein Risiko wie am Großvenediger in Salzburg, wo ein Schneebrett auf die Piste abging und drei Kinder gerade noch entkamen, will Bernhard Michelitsch von den Bergbahnen nicht eingehen. Er betont aber: „Auf den anderen Pisten schwärmen alle von einem Traumwinter.“

Matthias Wagner
Matthias Wagner

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark
Aktuelle Schlagzeilen
Das Sportstudio
England-Gerücht um Stöger & Wengens Beinahe-Crash
Video Show Sport-Studio
Für akute Hilfe
Regierung kündigt Frauen-Notrufnummer an
Österreich
Transfergerücht
Grillitsch zu Tottenham? „Hoffenheim ist super!“
Fußball International
Raus aus den Federn
Auf geht‘s zur extrem stylischen Pyjamaparty!
Beauty & Pflege
Steiermark Wetter
-0° / 7°
wolkig
0° / 8°
wolkig
-0° / 8°
stark bewölkt
-1° / 7°
wolkig
-3° / 3°
heiter

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.