Der 66-Jährige legte zahlreiche Fotos vor, die dokumentieren sollten, wie sehr er von den Bäumen des Nachbarn an der Grundstückgrenze belästigt werde. "Ich habe im Winter keine Sonneneinstrahlung, die Einfahrt ist eisig, ich muss immer mehrere Scheibtruhen voll Laub und Nadeln wegräumen und die Zapfen fallen aufs Auto", schilderte der Beschuldigte.
Solaranlage gebaut und in Rechnung gestellt
Sein Nachbar fällte zwar immer wieder einige der strittigen Objekte, doch das war dem 66-Jährigen zu wenig. Schließlich baute er eine Solaranlage und verlangte, der Nachbar müsse alle Bäume umschneiden oder ihm die gesamte Anlage bezahlen. Sein Kontrahent reagierte nicht auf diese Forderung. Doch dann tauchten plötzlich in vielen Bäumen offensichtlich hineingebohrte Löcher auf, und die Pflanzen starben ab. Beim Fällen stieß man dann auch noch auf Quecksilber in den Löchern.
Richterin: "So etwas macht kein Specht"
"Ich weise diese Anschuldigungen aufs Schärfste zurück", erklärte der Angeklagte. "Wie kommen die Löcher denn da hinein, so etwas macht kein Specht", wollte Richterin Elisabeth Juschitz wissen. Zumal es keine anderen direkten Nachbarn gibt, die Interesse am Verschwinden der Bäume haben könnten. "Das war eine Aktion gegen mich", so der 66-Jährige. Das erschien der Richterin nicht sehr glaubwürdig: "Warum sollte jemand sein eigenes Grundstück vergiften?"
Umweltgutachten wird erstellt
Mittlerweile mussten so gut wie alle höheren Bäume - und nur in diesen fanden sich die Löcher und das Gift - gefällt werden. "Ich habe derzeit Angst, was der nächste Schritt ist", meinte der betroffene Nachbar. Die Richterin will nun ein Umweltgutachten erstellen lassen, um auch den Schaden genau beziffern zu können. Die Verhandlung wurde vertagt.
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