16.11.2018 18:24 |

Idee aus Kaindorf

Rettung der Erde wird steirischer Exportschlager

Dass der Boden stirbt, wenn er jahrelang ausgebeutet wird, wissen die Holländer heute so gut wie die Steirer. Jetzt tut man sich zusammen, um die Erde, in der unsere Nahrung wächst, zu retten. Eine Delegation aus Friesland kam eigens in die Ökoregion Kaindorf bei Hartberg, um sich das bahnbrechende Verfahren der Humus-Anreicherung zeigen zu lassen, mit dem die Oststeirer seit einigen Jahren weltweit für Aufsehen sorgen.

Es ist ein wahrer Zaubertrick für die Rettung der Landwirtschaft, den die Kaindorfer mit ihrer Humus-Anreicherung ausgeheckt haben. Ökoregion-Manager Gerald Dunst und Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher begrüßten zusammen mit den Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden gleich 17 freundlichen Damen und Herren aus der holländischen Agrar-Provinz Friesland. Gemeinsam besuchten sie Landwirt Hans-Peter Spindler aus Hartl, der 2007 als einer der Ersten ins Humus-Programm einstieg.

Spindler erzählte, wie er mit Hilfe der Ökoregion-Erfinder seinen leblosen Lehmboden wieder in lebendige, ertragreiche Erde verwandelte: „Vier Jahre lang haben wir Kompost aufgetragen und oberflächlich mit dem Grubber in den Boden eingearbeitet. Wichtig ist, dass man keinen Pflug verwendet, weil der die Pflanzenreste so tief vergräbt, dass sie verfaulen.“

„Therapie“ für einen toten Acker
In den vier Jahren sei der Humusgehalt im Boden von zwei auf sieben Prozent geschnellt, so Spindler. „Seither muss ich nichts mehr machen, außer die Fruchtfolge einhalten.“

Die Vorteile seien riesig, freut sich der Bauer, der bisher zehn seiner 90 Hektar mit der Kaindorfer Spezialmethode buchstäblich von den Toten zurückgeholt hat: „Früher haben wir oft Probleme mit schlechtem Keimverhalten gehabt, oder ganze Ernteausfälle durch die Trockenheit. Das ist vorbei. Der Boden speichert jetzt ein Vielfaches an Wasser, die Erträge sind höher. Und wir sparen Dünger.“

„Goldgrube" CO2-Handel
Sensationeller Nebeneffekt: Der Humus-Boden speichert tonnenweise CO2. Und weil davon überall zu viel produziert wird, zahlen Firmen mit Zertifikaten dafür, dass ihr CO2 in der Erde gebunden wird. Mehrere Tausend Euro hat Spindler damit schon verdient.

Die Friesen jedenfalls zeigten sich begeistert. Feierlich unterzeichneten sie in Kaindorf eine Vereinbarung mit den Verantwortlichen der Ökoregion, die ausgefeilte Technologie des Humusaufbaues nach Holland zu importieren. Es ist der erste Schritt einer großen steirischen Idee nach Europa. Wie man hört, haben auch Slowenien und Belgien schon Interesse angemeldet…

Matthias Wagner
Matthias Wagner
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