17.11.2018 07:00 |

Frühchen

Diese Zwillingsmädchen sind tapfere Kämpferinnen

Heute sind sie eine entzückende, vor Glück strahlende, kleine Familie - und die vielen Strapazen, Sorgen, Ängste der Vergangenheit sieht man Papa, Mama und den beiden Wonneproppen Marie und Amelie nicht mehr an. In Juni sind sie mit nur 24 Wochen - um 16 zu früh - auf die Welt gekommen, mussten in den Brutkasten. Ihr Leben stand mehrmals auf der Kippe.

Anita und Mario Reßler aus der Weststeiermark scheinen mental ganz außergewöhnlich starke Menschen zu sein. Als die Babys mit 640 bzw. 650 Gramm auf die Welt kamen, wären andere möglicherweise verzweifelt. Nicht die beiden.

„Wir haben keine anderen Gedanken zugelassen“
„Wir haben von Anfang an eine ganz starke geistige Bindung zu unseren Babys gehabt. Und gewusst: Sie kommen durch, sie werden leben, wir gehen mit zwei gesunden Babys aus der Klinik raus. Wir haben keinen anderen Gedanken zugelassen, nie gezweifelt, nie gehadert. Wir hatten nur dieses Ziel.“

Leben stand mehrmals auf der Kippe
Darin erschüttert wurden sie selbst dann nicht, als das Leben der Zwillingsmädchen - und das mehr als einmal - auf der Kippe stand. Als sie in den Brutkästen lagen, mit so vielen Schläuchen in den winzigen Körpern.

Die bemerkenswerte Mutter hat auch immer auf Körperkontakt gesetzt: „In der Grazer Frühgeborenenstation, wo es fabelhafte Ärzte, Schwestern und Betreuer gibt, wurde uns sofort die ,Känguru-Methode‘ angeboten. Also dass das Baby auf der Brust liegen kann.“

Die Mädchen haben einander gebraucht“
Anita Reßler hat das mit beiden zeitgleich gemacht. „Und so winzig, wie sie waren, haben sie nach der jeweils anderen gegriffen. Und sogar mit eigenen leisen Fiepslauten kommuniziert. Sie haben nicht nur die Mutter gebraucht. Sie haben auch einander gebraucht.“

Schon mit 22 Schwangerschaftswochen hatte es völlig unerwartet Komplikationen gegeben, die Mutter ermöglichte ihren Babys mit eiserner Bettruhe noch drei Wochen im Mutterleib. „24 Wochen, das habe ich gewusst, ist die kritische Grenze. Ich habe kein anderes Denken zugelassen, als dass ich meine Kinder über die 24 Wochen bringe.“

Vier Monate im Spital
Am 13. Juni sind sie dann zur Welt gekommen. Am 16. Oktober durfte die Familie sie mit nach Hause nehmen. „Die erste Nacht sind wir nur dagesessen und haben geschaut, ob sie atmen, in der Klinik waren sie ja komplett überwacht worden.“ Aber ab der zweiten Nacht haben alle vier durchgeschlafen. „Mit dem Vertrauen, das wir von Anfang an hatten.“

„Keine Hochleistungssportler“
Alles ist normal, „so als wären sie wie erwartet am 27. September auf die Welt gekommen.“ Nur von der Lunge her wird es so sein, dass sie „vermutlich keine Hochleistungssportler werden“, so Anita Reßler. Aber, lacht sie: „Wie viele Kinder werden das schon?“ Recht hat sie!

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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