Mi, 16. Jänner 2019

Markus Hirtler gesteht

04.11.2018 09:00

Neues Ermi-Oma-Stück: „Vorspiel“ war nicht lustig!

In seinem neuen Kabarett-Programm nimmt sich der Mann hinter der Ermi-Oma, Markus Hirtler, der 24-Stunden-Pflege an. Bei den Recherchen blieb dem gebürtigen Knittelfelder das Lachen (oft) im Hals stecken.

„24-Stunden Pflege(n)“, heißt das Stück, in dem Markus Hirtler seine berühmt-berüchtigte Ermi-Oma ab Jänner auf Tournee schickt. Ein ernstes Thema, das den Kabarettisten schon lange beschäftigt, als langjährigem Krankenpfleger, Pflegedienstleiter und Heimleiter so richtig unter den Nägeln brennt. „In diesem Bereich läuft nicht wirklich alles rund“, berichtet der gebürtige Knittelfelder - ebenda steigt am 17. Jänner die Steiermark-Premiere - von seinen ebenso umfangreichen wie aufrüttelnden Recherchen.

„Wie soll da Pflege funktionieren?“
„Natürlich gibt es auch funktionierende und erfreuliche Beispiele, wo ganze Familien - die des Pflegers mit der des Pflegefalls - zusammenwachsen und etwa gemeinsam Weihnachten feiern“, versichert Hirtler. Aber vieles, was er im „Vorspiel“ zum neuen Programm erfahren musste, war nicht wirklich lustig.

„Wenn schlecht ausgebildetes Personal schon mit der Betreuung überfordert ist, wie soll da Pflege funktionieren?“, fragt sich der 48-Jährige. Von Sprachbarrieren zu den großteils ausländischen Pflegern ganz zu schweigen. „Es ist aber nicht alles schlecht - und man sollte nicht schwarz-weiß malen. Denn jeder Fall ist individuell zu betrachten!“

Zum letzten Mal „Mein Testament“
Und obwohl vieles im Argen liegt, schickt er die Ermi-Oma auch im neuen Stück mit Humor ins Rennen. Auf der Suche nach Pflege kann sie - mittlerweile ist sie ja in den weiten Welten des Internets unterwegs - aus hunderten Agenturen wählen. Das Schimpfen über die Pflegesituation liegt Markus Hirtler auf der Zunge, und als Kabarettist müsse er ja keine Lösungen liefern, aber: „In diesem Fall wäre mir das zu wenig. Es geht schon auch darum, zumindest Lösungsansätze zu bringen.“

Schließlich geht es ja auch um das Wohl seiner Ermi-Oma, die übrigens am 3. 12. im Grazer Orpheum noch ein letztes Mal „Mein Testament“ gibt.

Thomas Bauer
Thomas Bauer

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