Mi, 21. November 2018

Gefährlicher Samen

25.10.2018 22:00

Giftiger Bergahorn: 15 Pferde sind bereits tot

Eine Tragödie erleben aktuell Pferdehalter in Salzburg: Bereits fünfzehn Rösser sind heuer an den höchst giftigen Samen des Bergahorns verendet. Für die Besitzer, allen voran den Züchtern, eine pure Katastrophe. Landesveterinärdirektor Dr. Josef Schöchl warnt vor der Krankheit und gibt Ratschläge zur Abhilfe.

„Weidemyopathie“ - so nennt sich die höchst gefährliche Krankheit, für die es keinen deutschen Ausdruck gibt. „Eine Vergiftung kommt bei Pferden dadurch zustande, da das Gift Toxin in den Samen des Bergahorns enthalten ist. Bei Aufnahme der Samen ist es für die Pferde sehr stark krankmachend. Wenn die Dosis ausreichend ist kommt es in 90 Prozent der Fälle zum Verenden“, erklärt Landesveterinärdirektor Dr. Josef Schöchl.

Bei mehreren hundert verzehrten Samen kommt es zur Vergiftung. Für Rösser eine äußerst geringe Menge. Im Vergleich: Ein einziger Ahornbaum hat zwischen 10.000 und 100.000 Samen!

Bergahorn ist nur für Pferde gefährlich

Der Bergahorn ist ausschließlich für Pferde gefährlich, wie Dr. Schöchl erklärt: „Hypoglycin greift in den Fettsäurestoffwechsel ein und schwächt den Muskel.  Es kommt darauffolgend zum steifen Gang, der Harn wird kaffeebraun, da der Muskelfarbstoff austritt und schlussendlich setzt ein Herz- und Atmungsstillstand ein.“

Stellen die Halter erste Symptome fest, ist umgehend ein Tierarzt zu verständigen. Die Behandlung gestaltet sich allerdings sehr schwierig, da sich das Gift innerhalb weniger Stunden im Körper verbreitet.

Seit seiner Laufbahn als Tierarzt hat er noch nie erlebt, dass 15 Tiere in so kurzer Zeit an den Samen, die an einen Flugzeugpropeller erinnern und mit denen Kinder liebend gerne spielen, verendet sind.  Die Dunkelziffer könnte noch höher liegen, nicht jedes Tier wird zur Obduktion freigegeben. Vermehrt sind die Regionen im Innergebirg betroffen.

„Das Besondere in diesem Jahr ist, dass die Baumblüte sehr stark ist. Es sind enorm viele Samen auf dem Baum. Zurückzuführen ist dies auf die lange Trockenheit. Auf den Weiden herrscht ein sehr geringer Aufwuchs, die Vierbeiner haben kein Gras zum Beißen und bedienen sich als Alternative an den giftigen Samen“, erklärt der Experte.

Was können Halter dagegen tun?

Für Züchter ist es doppelt tragisch, einer ihrer geliebten Pferde am Bergahorn zu verlieren. Zum einen sind sie mit den Tieren eng verbunden, zum anderen geht die Genetik verloren.

Umso wichtiger ist es, Tiere nicht auf jene Weiden zu lassen, wo auch Ahornbäume sind bzw. diese Bereiche großräumig auszuzäunen. Auch sollte darauf geachtet werden, ob der Ahornsamen nicht von der Ferne aus hergeweht wurde. Schöchl: „Die Samen scheinen nicht besonders gut zu schmecken. Es ist ratsam, zusätzliches Heu zu geben.“

Sandra Aigner
Sandra Aigner

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