Mi, 21. November 2018

Fressnapf-Gala

17.10.2018 07:00

Das sind Österreichs „Tierische Helden 2018“

„Agha“, Bundeslandsieger Salzburg
Der dreijährige Berner-Sennen-Rüde „Agha“ ist aus einer bosnischen Tötungsstation und wohnt seit eineinhalb Jahren bei Birgit Proksch und ihrer Familie. Aufgrund seiner guten Anlagen wurde ihr geraten, mit ihm die Therapiebegleithundeausbildung zu machen. Seit August 2017 sind die beiden also ein Therapiebegleithundeteam und darin sehr aktiv. Proksch und „Agha“ arbeiten mit Kindergartenkindern zum Thema „Bissprävention“, mit Volksschulkindern als „Vorlesehund“-Team, mit Jugendlichen, die sich bei einer Psychotherapie nicht öffnen wollen oder die an ADHS leiden und mit Menschen, die in Pflege- und Seniorenheimen wohnen. Am meisten beeindruckt an „Agha“, dass er sich je nach Bedarf, Anlass und Alter der Menschen auf diese nicht nur immer wieder neu einstellen, sondern auch immer wieder einen Draht zu ihnen finden kann. In seiner ruhigen und sensiblen Art schafft er es nicht nur kleine Kinder, die vielleicht sogar Angst vor so einem „großen schwarzen Hund“ haben für sich zu gewinnen, sondern auch älteren Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und bei Frau Proksch regelmäßig für „Gänsehautmomente“ zu sorgen. „Dieses Feingefühl ist für mich etwas ganz Besonderes, deshalb ist er mein Held“, so die Hundehalterin.

„Nanook“, Bundeslandsieger Steiermark
Als Fabian, der damals siebenjährige Sohn von Dagmar Fauster, im Oktober 2008 die furchtbare Diagnose Akute lymphatische Leukämie bekam, brach eine Welt innerhalb von Minuten zusammen. "Wir gingen durch die Hölle – sieben Monate lebten wir fast durchgehend auf der Kinderkrebsstation am LKH Graz. Dann durften wir endlich wieder nach Hause", erinnert sich Dagmar Fauster. Fabian musste weiterhin Chemotherapie in Tablettenform für ein weiteres Jahr einnehmen. Das Haus war leer - keine Pflanzen, keine Blumen, keine Tiere- sie wären für das geschwächte Immunsystem von Fabian zu gefährlich gewesen. Während einer Reha in Deutschland empfahlen die Ärzte, ein Haustier zu adoptieren. Und so trat Samojeden-Hündin "Nanook" ins Leben der Familie. "Sie erwies sich als äußerst sensibel und feinfühlig. 'Nanook' spürt sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Sie kommt trösten, setzt sich dazu und schlichtet sogar Streit“, so Dagmar Fauster, die “Nanook“ schließlich zum staatlich geprüften Therapiebegleithund ausbildete. Der Vierbeiner begleitete sie wiederrum auf die Kinderkrebsstation und konnte ein Lächeln in manch schwerkrankes Kindergesicht zaubern.

„Charlie“, Bundeslandsieger Burgenland
"Charlie", seit 2016 Schulhund an der Allgemeinen Sonderschule Eisenstadt, stammt ursprünglich aus Griechenland und kam mit eineinhalb Jahren zu Theresa Friedrichkeit. Der Rüde hätte im Wald ausgesetzt werden sollen, eine engagierte Tierschützerin rettete ihn vor einem ungewissen Schicksal. "Anfangs war ich mir nicht sicher, ob er die Strapazen aushalten würde, doch diese Zweifel konnte ich schnell beiseite legen. Er geht liebend gern in die Schule mit, bringt schon allein durch seine Anwesenheit Ruhe in alle Klassen, die er besucht, und ist schon ein fixer Bestandteil unseres Teams geworden", freut sich das engagierte Frauli. Auch im Lehrerteam ist "Charlie" ein gern gesehener Kollege und bringt die Kolleginnen sogar an schwierigen Tagen immer zum Lachen.

„Sunny“, „Joko“ und „Ben“, Bundeslandsieger Vorarlberg
Simone Marguerite vom gleichnamigen Entwicklungs- und Lernzentrum arbeitet mit Kindern, die Schwierigkeiten beim Lernen, in der Konzentration, Aufmerksamkeit oder Wahrnehmung aufweisen. "Unsere Aufgabe ist es, die Ursache herauszufinden. Dafür setzen wir bei der frühkindlichen Entwicklung des Kindes an. Mit dem richtigen Training werden die Fertigkeiten des Lernens aufgebaut, gleichzeitig stärken wir das Selbstbewusstsein, die Selbstwahrnehmung und die Selbstregulation", erählt die Expertin. All dies zusammen trägt dazu bei, dass das Kind wieder motiviert ist und Freude am Lernen hat. Das speziell geführte hundegestützte Lesetraining wird mit dem eigens dafür ausgebildeten Therapiehund "Sunny", einem Labradoodle, durchgeführt. Auch immer mit dabei sind "Ben" und "Yoko". Die Kinder haben danke der Vierbeiner nicht das Gefühl, dass sie schon wieder bei einer „neuen Therapie“ sind, weil mit ihnen etwas nicht stimmt, sondern sie sind entspannt, können abschalten und sind mit Freude ganz bei dem Hund.

„Django“, Bundeslandsieger Tirol
Eines Nachts im Mai 2018 putzte sich Alexandra Moser im Badezimmer die Zähne, als Kater „Django“ plötzlich ganz nervös hin und her lief und elendiglich weinte. „Samt Zahnpasta im Mund bin ich ins Zimmer gerannt, und sah bereits ca. 20 Zentimeter hohen Rauch aus der Steckerleiste aufsteigen. Sofort hab ich den Netzstecker gezogen und stellte fest, dass mir versehentlich Flüssigkeit in die Steckerleiste geronnen ist“, erinnert sich die Tirolerin an den gefährlichen Zwischenfall. Ohne ihren gscheiten Liebling wäre es mit Sicherheit zu einem Brand oder zu einer Explosion gekommen. „Ich hätte wahrscheinlich Verletzungen davongetragen - mein Dank gilt daher meinem Schatz ‘Django‘!“

"Lilo", Bundeslandsieger Oberösterreich
Susanne Breitwieser erblindete 2010. Herausgerissen aus ihrer sehenden Welt war es für sie fast unmöglich, ihre Wohnung zu verlassen. "Die Stadt, die Autos, die vielen Menschen, der Lärm, wo ist eine Eingangstür, wo ein Zebrastreifen, wo die Bustür? Finde ich jemals wieder nach Hause zurück? Ganz einfach: Angst beherrschte mein Leben", erinnert sich die sympathische Oberösterreicherin. Schließlich erfüllte sich ihr größter Wunsch: Ein Assistenz- beziehungsweise Blindenführhund wurde für sie ausgebildet. Heute erobert Susanne Breitwieser gemeinsam mit "Lilo" ihre Stadt und hat wieder totale Freude am Leben: "Ich bin dankbar für diese große Hilfe, meine Lilo bedeutet mir alles!"

"Julchen", Bundeslandsieger Kärnten
"Mein 'Julchen' habe ich als total aggressiven und außer Kontrolle geratenen Hund übernommen. Sie wurde in ihrem Dorf vom Bürgermeister zum Abschuss freigegeben und somit kam damals der Hilferuf zu mir", erinnert sich Frauchen Martina Müller. Tatsächlich war der Vierbeiner damals Menschen, Tieren und sich bewegenden Dingen gegenüber aggressiv. In ihrem Heimatdorf hatte "Julchen" fast jeden schon mindestens einmal gebissen. Martina Müller stellte sichn der Herausforderung und aus "Julchen" wurde binnen zwei Monaten - mit viel Unterstützung - ein lustiger, lebensfroher Hund. Die Hündin sollte sich später auf ihre ganz eigene Art bedanken: "Als mein Vater vom Soaziergang mit den Hunden zurückkam, rannte 'Julchen' nicht wie gewohnt mit ihm in den dritten Stock zur Wohnung, sondern in den Keller und wollte auch nach mehrmaligen Rufen nicht mit nach oben", erinnert sich Martina Müller. Als der Vierbeiner dann gar nicht kommen wollte, erblickte der ihr Vater dann unter der Treppe den Kopf eines Nachbarn. Soifort wurde die Rettungskette ausgelöst - "Julchen" wich nicht von der Seite des Mannes, bis der Notarzt und die Rettung eintrafen.Später stellte sich heraus, dass der Nachbar einen Schlaganfall erlitten hatte. "Hätte 'Julchen' ihn nicht gefunden, wäre er vielleicht am Erbrochenen erstickt oder an den Kopfverletzungen verstorben", so Müller stolz.

"Ibo", Bundeslandsieger Niederösterreich
Regina Donner ist seit dem Jahr 2000 beim Österreichischen Roten Kreuz als Suchhundeführerin tätig. In dieser Zeit führte sie unter anderem den Weimaraner „Ibo“ in der Flächensuche national, Trümmersuche international, im Mantrailing, der mittlerweile leider über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Der jährliche Zeitaufwand, um diesen hohen Ausbildungsstand zu gewährleisten, beträgt ca. 1000 Stunden – freiwillig, ehrenamtlich und unentgeltlich. Immer wieder bewies "Ibo" sein Können, so etwa auch im Herbst 2016: Die RotKreuz-Suchhunde wurden alarmiert, da eine ältere männliche Person in Traiskirchen abgängig war. Sofort machten sich die Teams aus Niederösterreich auf den Weg, und nach nur 30 Minuten konnte „Ibo“ den Vermissten lebend, in einem Gestrüpp liegend, aufspüren! Auf Nachfrage vieler Leute, warum Regina Donner ihre gesamte Freizeit in die Arbeit mit ihren Hunden investiert, um diese zu Suchhunden auszubilden, antwortet sie: „Ein Menschenleben mit seinem Hund retten zu können, entschädigt für den Aufwand, den wir betreiben! Einfach aus Liebe zum Menschen!“

"Merle", Bundeslandsieger Wien
"Merle" und "Luna" sind ehrenamtliche Mitglieder in der Therapiebegleithunde-Staffel Samariterbund Favoriten. Pudel-Mix "Merle" lebt seit sechs Jahren bei Birgit prohaska, nachdem die Hündin ihre ersten zwei Lebensjahre bei einer alten Bäuerin eingesperrt mit vielen anderen Hunden verbracht hatte. So durfte sie etwa niemals ins Freie. Birgit Prohaska entdeckte "Merle" schließlich im Tierheim, und es war Liebe auf den ersten Blick. "Anfangs war sie ängstlich - auch mir gegenüber - aber nach und nach ist es mir in der Hundeschule, beim Spazierengehen und Spielen gelungen, dass sie mich als Freundin akzeptierte", eirnnert sich die Hundefreundin. Heute arbeitet "Merle" mit jungen und alten Menschen und gibt die Liebe, die sie empfangen durfte, von Herzen an alle zurück.

80.000 Euro Spenden für soziale Einrichtungen
Im Zuge des Gala-Abends wurden nicht nur Österreichs tierische Helden 2018 geehrt. Fressnapf spendete insgesamt 80.000 Euro an die von der Initiative „Fressnapf hilft!“ unterstützten Projekte. Die Kinderburg Rappottenstein, das Therapiezentrum Lichtblickhof sowie der Lehrbauernhof „Neubauers Stadtstall“ erhielten Schecks im Wert von jeweils 20.000 Euro, ebenso wie der Verein „Freunde der Tierecke“ von Tierschützerin Maggie Entenfellner. „Mit den Spenden danken wir Vereinen, die sich jeden Tag mit Leidenschaft für Mensch und Tier einsetzen. Dieses soziale Engagement wollen wir unterstützen“, betont Aigner.

Weitere Infos zu Österreichs tierischen Helden 2018 finden Sie hier.

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